„Baukostenexplosion“: Landecker TVB-Neubau bleibt auf der Wartebank

Geplantes touristisches Info-Zentrum wird wegen „Baukostenexplosion“ verschoben. TVB-Obmann will erst bauen, wenn Preise vertretbar sind.

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Das geplante Info-Zentrum soll angrenzend an das Reschenscheideckhaus (r.) entstehen. Der für März 2021 angekündigte Baustart könnte laut TVB-Obmann Konrad Geiger auf 2022 verschoben werden.
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Von Helmut Wenzel

Landeck – Seit mehr als einem Jahrzehnt soll ein TVB-Büro im Zentrum der Bezirksstadt gebaut werden. Doch das Vorhaben stand und steht offenbar weiterhin unter keinem guten Stern. Zuletzt hatte der TVB Tirol-West mit Obmann Konrad Geiger den Baustart für März 2021 angekündigt. Aber das ehemalige ÖBB-Baugrundstück beim Reschenscheideckhaus liegt nach wie vor brach. „Was ist jetzt wieder los, wieso geht da nichts weiter?“, fragen sich einheimische Passanten. Landecks Bürgermeister Herbert Mayer wundert sich ebenfalls: „Die Stadt hat alle Hausaufgaben gemacht, für die sie zuständig ist.“

Das Projekt sei zwar baureif, aber man habe die Notbremse ziehen müssen, klärte TVB-Obmann Konrad Geiger auf: „Wie man weiß, und vor allem Bauherren wissen das, sind die Baupreise explodiert. Das hängt mit der Verknappung des Materials zusammen, zum Teil sind auch keine Handwerksfirmen zu bekommen.“ Fazit: Das touristische Info-Zentrum mit prognostizierten Kosten von knapp einer Mio. Euro würde sich derzeit um bis zu 25 Prozent verteuern, so der Obmann. Trotzdem halte der TVB an dem Projekt fest. Man habe sämtliche Vorleistun-gen unter Dach und Fach. „Wir werden dann bauen, wenn es das Preisniveau wieder zulässt“, sagte Geiger. Der TVB könne die derzeitigen Mehrkosten „keinesfalls akzeptieren oder schlucken, weil wir es mit öffentlichem Geld zu tun haben“. Vor diesem Hintergrund werde sich der Baustart möglicherweise bis ins Frühjahr 2022 verschieben.

Die Pläne zum Info-Zentrum kommen aus dem Zammer Architekturbüro Platter/Häusler. Gegenüber dem bisherigen Büro an der Südausfahrt von Landeck bedeute das neue Objekt „einen kräftigen Modernisierungsschub“ und eine Aufwertung des neuen Stadtplatzes. Laut Obmann soll „digitale touristische Information rund um die Uhr“ zur Verfügung stehen. Sechs Arbeitsplätze und ein Vorstandsbüro würden eingerichtet. An der vorgelagerten Bushaltestelle soll auf Kosten des TVB der erste digitale Fahrplananzeiger von Landeck montiert werden.


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