Mechaniker belegte Pfusch: Freispruch von Falschaussage

Das Landesgericht Innsbruck hielt Pfusch in einer Kfz-Werkstatt letztlich „durchaus für möglich“.

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Keine Verleumdung: Mit Bildern und Videos belegte ein langjähriger Serviceleiter, dass in seiner Ex-Werkstatt der Pfusch regierte.
© Symbolbild: Keystone

Innsbruck – Erhobenen Hauptes trat unlängst am Landesgericht ein 36-jähriger Mechaniker vor Richter Norbert Hofer. Dem Anklagevorwurf einer falschen Beweisaussage mitsamt Verleumdung wollte der einstige Serviceleiter einer Werkstatt (gehört nicht dem Tiroler Fahrzeughandel an) nochmals vehement entgegentreten. Dabei hatte es der 36-Jährige wohl schon im März nur gut gemeint – sich aber mit seinem Hinweis an den Gebietsleiter kein Lob, sondern die Entlassung eingehandelt.

Grund der Meldung: Im Frühjahr war dem 36-Jährigen aufgefallen, dass immer öfter Ersatzteile – von Bremsscheibe bis Autoreifen – der Firma „schwarz“ an Kunden verkauft und in deren Autos auch noch eingebaut würden – ohne dass die Fahrzeuge aber offiziell im System aufschienen. Die Firma prüfte darauf und konnte keine Fehlbestände feststellen. Dass die Kfz-Kennzeichen fotografierter Autos tatsächlich nicht im System aufschienen, blieb außer für den Anzeiger ohne Folge. „Ein Unding. Bei der Firma muss jedes Auto vor Reparatur oder Reifenwechsel in das System. Ist der Mechaniker fertig, checkt er das Kennzeichen wieder aus und der Kunde wird benachrichtigt“, so der Angeklagte.

Mit etlichen Bildern und Videoaufnahmen belegte er darauf, dass in den Boxen der Werkstatt wohl doch einiges nicht hundertprozentig offiziell abgelaufen war. „Die laufen im Firmengewand herum, arbeiten aber schwarz. Die Bestandteile laufen über die Mitarbeitereinkaufspreise“, erklärte der Angeklagte Richter Hofer.

Dieser fällte nicht rechtskräftig einen klaren Freispruch von den Falschaussage-Vorwürfen: „Nach allem, was ich nun gesehen habe, waren hier sehr viele Fahrzeuge nicht im System erfasst. Ich halte es da durchaus für möglich, dass schwarz gearbeitet und verkauft wurde und Sie niemanden zu Unrecht belastet haben.“ Die Werkstatt steht mittlerweile übrigens unter neuer Leitung. (fell)


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