Die TT trauert um Stefan Fuisz

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Stefan Fuisz (68) erlag seiner schweren Krankheit.
© Privat

Innsbruck – Stefan Fuisz, einer der bekanntesten und prägendsten Journalisten Tirols, ist 68-jährig den Folgen einer Krankheit erlegen. In Innsbruck aufgewachsen, begann Stefan seine Laufbahn beim Kurier in Wien, baute den Tirol-Kurier mit auf, avancierte zum Chefredakteur der Westwoche, bevor er zur Tiroler Tageszeitung wechselte und u. a. die Chefredaktion der Schwester-Zeitung Neue übernahm. Bis zur Pensionierung leitete er die TT-Sonderpublikationen.

Stefan war ein Abenteurer: In der Nähe des Flughafens groß geworden, kannte er dort alle Leute, spielte mit seinem Akkordeon immer wieder beim Flughafenwirt auf und machte auch rasch selbst den Pilotenschein. Mit Kleinflugzeugen war er dann nicht nur privat, sondern auch beruflich unterwegs, flog u. a. Gianna Nannini nach Graz. Mit Gerhard Plattner unternahm er waghalsige Autofahrten und schaffte es 1990 sogar ins Guinness-Buch der Rekorde (für die schnellste Weltumrundung per Auto), fuhr die Panamericana und andere spektakuläre Strecken, dabei war er immer akribisch vorbereitet. Stefan war meist einer der Ersten, der technische Innovationen ausprobierte – sei es das Internet, Foto- oder Filmtechnik oder das Fahren mit dem E-Bike.

Stefan hatte Ecken und Kanten, er schrieb sich mit seinem pfiffigen, kritischen und humorvollen Journalismus in die Herzen der Leser. Er war für seine scharfe Zunge bekannt, bei vielen auch gefürchtet. Aber alle schätzten seinen intelligenten, trockenen Humor. Er hatte keine Scheu anzuecken und provozierte daher auch manchmal. Viele seiner Sprüche waren indessen nur Oberfläche, unter der ein nobler Charakter stand – ein Mann, auf den Verlass war, ein ausgesprochener Familienmensch, liebevoller Ehemann und Vater dreier Kinder. Einer, der sich engagierte für die Menschen in seiner Umgebung oder für Projekte, die ihm wichtig waren, wie zuletzt auch die Arbeit am Büchlein „Als Journalismus noch Abenteuer war“, das er gemeinsam mit Freunden verfasste.

Noch letzte Woche war Stefan optimistisch, schmiedete Reisepläne. Die Krankheit machte ihm einen Strich durch die Rechnung – auch für uns in der TT, die wir ihn vor allem als motivierenden Sonderpublikationen-Chef kannten, ein schwerer Schlag. Wir werden ihn nicht vergessen. (mr)

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