Design als Ausdruck von Haltung

Ableger des Design Labs des Wiener Museums für Angewandte Kunst im Innsbrucker WEI SRAUM.

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Zentrum der neuen Schau im Innsbrucker WEI SRAUM ist die interaktive Installation „Prospects“.
© Thomas Schrott

Innsbruck – Das seit rund zwei Jahren im Untergeschoß des Wiener Museums für Angewandte Kunst eingerichtete und mit mehr als 500 Objekten bestückte Design Lab hat nun im Innsbrucker WEI SRAUM einen kleinen Satelliten. Wo vorgeführt wird, dass es bei Design um viel mehr als „nur“ um formale Perfektion geht. Sondern dass es im besten Fall pointierter Ausdruck von Haltung etwa in Sachen Umweltbewusstsein oder Gesellschaftskritik ist.

Zentrum der Schau ist eine für den WEI SRAUM adaptierte Version der aus zwölf Bildschirmen bestehenden Installation „Prospects“ aus dem Wiener Design Lab. Die statisch mit klaren geometrischen Körpern bestückten Bildschirme beginnen allerdings erst zu „leben“, wenn der/die BesucherIn aktiv den Blick durch die den Monitoren vorgehängten Bubbles sucht. Wobei sich fast spielerisch grafische Animationen auftun, die mehr oder weniger assoziativ Bezug nehmen auf zentrale Botschaften von heute wie Inklusion, Nachhaltigkeit oder Politikverdrossenheit.

Auf einem großen Tisch nebenan wird es konkreter, indem hier einzelne Projekte kurz vorgestellt werden. Etwa die von mischer’traxler studio kreierten „fingerblocks“. So etwas wie luftig-netzartig daherkommende Fingerhüte, dazu da, um ein fast schon unbewusstes Wischen auf Bildschirmen zu verhindern und auf spielerische Weise die Aufmerksamkeit von der digitalen auf die reale Welt zu lenken.

Von durchaus praktischem Wert ist die Schrift, die der junge Tiroler Designer Fabian Draxl als Diplomarbeit an der Wiener Angewandten entwickelt hat, um LegastenikerInnen das Lesen zu erleichtern. Die Idee von Nachhaltigkeit steht dagegen hinter dem Taschenlabel QWSTION. Produziert aus Bananatex, einem aus Bananenfasern gemachten, nachhaltig produzierten und komplett kompostierbaren und trotzdem technisch perfekten Gewebe.

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Die Frage, wie wir heute Demokratie leben, wirft Theresa Hattinger in ihrem Projekt „Flags of Utopia“ auf. Mit schräg bunten Fahnen, die sie unübersehbar im öffentlichen Raum flattern lässt. Ganz im Realen verhaftet ist dagegen der 1977 von Charles und Ray Eames gedrehte Kurzfilm „Powers of Ten“. Stills in Postkartenform aus diesem liegen auf einem Tisch, auf eine visuelle Reise von der Körperzelle bis ins Universum entführend. Die Schau lädt aber auch zum Schmökern in wichtigen, teilweise längst vergriffenen Design-Büchern ein, etwa Viktor Papaneks „Design for the real world“ aus den 1960ern.


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