Schwaz will Bauzäune in Kunstwerke verwandeln

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Die Stadt Schwaz will Bauherren anbieten, ihre Bauzäune für Kunst zu nutzen und so das Stadtbild zu verschönern. Mit dabei ist u. a. diese Malerei von Andrea Bischof.
© Visualisierung: Stadtmarketing Schwaz

Schwaz – Dass Kunst nicht nur im Museum stattfinden kann, das will die Bezirkshauptstadt Schwaz künftig unter Beweis stellen. Die Rede ist aber nicht von einer Ausstellung unter freiem Himmel oder Ähnlichem, sondern von Bauzäunen. Die meist wenig attraktiven Zäune rund um Baustellen sollen schon bald möglichst kunstvoll werden. Sie sollen zum Lächeln anregen, aber auch zum Nachdenken.

„Als ich gefragt wurde, ob ich etwas beisteuern möchte, war ich gleich dabei“, sagt der Schwazer Künstler Güni Noggler. Wobei er gleich klarstellte: „Meine Beiträge sollen eher zu Debatten anregen, als etwas aufzuhübschen.“ Es gehe ihm aber nicht um billige Provokation, sondern vielmehr darum, die Debattier-Kultur hochleben zu lassen. Seine Ideen reichen von „Baumeisterschaft“ bis „Hier entsteht eine Moschee“ oder „Architekturversuch“. Seine Werke und auch jene von anderen Schwazer Künstlern oder solchen mit Schwaz-Affinität werden von einer Jury begutachtet und dann Werke für die Bauzäune ausgewählt.

„Das Stadtmarketing bereitet die ausgewählten Beiträge gerade grafisch auf. Die Vorschläge werden dann der Politik vorgelegt und hoffentlich bald auf Bauzäunen befestigt“, sagt Kulturamtsleiter Reinhard Prinz. Die Idee dazu sei von mehreren Seiten gleichzeitig gekommen, u. a. auch von Stadtchef Hans Lintner.

Ausgewählt wurden fünf Bilder, fünf Texte. Welche genau das sind, das sollen die Schwazer schon bald selbst entdecken können. „Ich hoffe, dass das künstlerische Angebot auch von den Baufirmen angenommen wird. So Bauzäune sind ja meist eher unattraktiv, während Kunst Blicke anzieht und man durch kritische Texte vielleicht auch mit einem ironischen Lächeln an der Baustelle vorbeigeht“, sagt Prinz. Man wolle als Stadt und Stadtmarketing einen sympathischen Beitrag zu einer Art „Unkultur“ der eher unschönen Bauzäune leisten.

Zu den Künstlern zählen beispielsweise Andrea Bischof, Margit Aschenwald, Güni Noggler, Martin Lahnbach oder auch zwei ehemalige Stadtschreiber. Von kurzen Gedichten, einzelnen Worten bis hin zu eindrucksvollen Malereien ist alles dabei. (emf)


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