Das bringt der Sonntag bei der EURO: Schweiz vs. Türkei gegen das EM-Aus

Während Italien das abschließende Gruppenspiel gegen Wales als Fixaufsteiger ruhig angehen kann, zählt für die Schweiz und die Türkei im direkten Duell nur ein Sieg, um die Hoffnungen aufs Achtelfinale aufrecht zu erhalten.

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Nur ein Punkt aus zwei Spielen: Der Schweiz droht ein frühes EM-Aus.
© ETTORE FERRARI

⚽ EM-Gruppe A: Schweiz - Türkei 18.00 Uhr

Obwohl er damals erst zehn Jahre alt war, hat Manuel Akanji das legendäre Skandalspiel nicht vergessen. „Ich kann mich noch erinnern, dass ich das Spiel im Fernsehen gesehen habe“, sagt der heute 25 Jahre alte Schweizer über das Duell mit der Türkei im Jahre 2005, das am Ende nur noch wenig mit Sport zu tun hatte. Die Partie, die als „Schande von Istanbul“ in die Schweizer Fußball-Geschichte einging, bewegt die Eidgenossen noch heute.

Heute (18 Uhr/live TT.com-Ticker) trifft die „Nati“ wieder auf die Türkei. Die Protagonisten sind andere, doch wie damals geht es für beide Teams um viel. „Es ist für uns wie ein K.-o.-Spiel“, sagt Verteidiger Akanji. Die Schweiz hat erst einen Punkt geholt. Die Türkeihat zweimal verloren und noch nicht einmal ein Tor geschossen. Beide kämpfen um ihre letzte Achtelfinal-Chance.

Beim dramatischen Duell 2005 ging es um die Teilnahme an der WM 2006. Nach einem 2:0-Sieg in Bern reiste die Schweiz als Favorit in die Türkei. Schon bei der Ankunft am Flughafen wurden die Spieler feindselig empfangen. „Welcome to Hell“, stand auf einem Plakat.

📊 Mögliche Aufstellungen bei Schweiz - Türkei

  • Baku, Olympiastadion, SR Vincic/SVN
  • Schweiz: 1 Sommer - 4 Elvedi, 22 Schär, 5 Akanji - 2 Mbabu, 8 Freuler, 10 G. Xhaka, 13 R. Rodriguez - 23 Shaqiri - 7 Embolo, 9 Seferovic
  • Türkei: 23 Cakir - 2 Celik, 22 Ayhan, 4 Söyüncü, 13 Meras - 5 Okay Yokuslu - 7 Ünder, 6 Ozan Tufan, 10 Calhanoglu, 9 Karaman - 17 B. Yilmaz

In Istanbul drehten die Türken dann einen Rückstand und führten kurz vor Schluss mit 4:2. Nur ein Treffer fehlte der Mannschaft von Trainer Fatih Terim, doch die Schweiz brachte das Ergebnis über die Zeit. Das Resultat weiß Akanji spontan nicht mehr. „Ich kann mich vor allem an die Rangeleien erinnern, die nachher passiert sind“, sagt er.

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Die Schweizer Profis stürmten sofort nach dem Schlusspfiff Richtung Katakomben, auf dem Weg dorthin kam es zu tumultartigen Szenen und gewalttätigen Auseinandersetzungen. Die FIFA reagierte mit harten Strafen auf die Ausschreitungen – unter anderem musste die Türkei vor leeren Rängen antreten

Auch bei dieser EM-Endrunde werden sich die Türken in Baku ein wenig wie bei einem Heimspiel fühlen können. Ereignisse wie vor knapp 16 Jahren sind allerdings trotzdem nicht zu erwarten.

EM-Gruppe A: Italien - Wales 18.00 Uhr

Nur ein Schritt fehlt Roberto Mancini zum nächsten Eintrag in Italiens Fußball-Geschichtsbücher. Mit einem Remis oder Sieg gegen Wales heute (18 Uhr/live TT.com-Ticker) würde der italienische Teamchef den Uralt-Rekord von Vittorio Pozzo von 30 Partien ohne Niederlage in Serie aus den 1930er-Jahren einstellen.

„Der Rekord interessiert mich nicht“, hatte Mancini vor dem Turnier gesagt und ergänzt: „Mich würde es interessieren, so wie er zweimal Weltmeister und Olympiasieger zu werden. Aber erstmal reicht mir auch der EM-Titel.“

In den Kreis der Favoriten sind die Italiener längst aufgestiegen. Auch für Belgiens Superstar Kevin de Bruyne: „Sie haben mich bislang am meisten beeindruckt.“

Zum Gruppenabschluss geht es heute aber erst einmal gegen Wales, das ebenfalls gute Karten für die K.-o.-Phase in den Händen hält.

📊 Mögliche Aufstellungen bei Italien - Wales

  • Rom, Stadio Olimpico, SR Hategan/ROU
  • Italien: 21 Donnarumma - 2 Di Lorenzo, 15 Acerbi, 19 Bonucci, 13 Emerson - 16 Cristante, 8 Jorginho, 5 Locatelli - 14 Chiesa, 17 Immobile, 20 Bernardeschi
  • Wales: 12 Ward - 14 C. Roberts, 22 Mepham, 6 Rodon, 4 B. Davies - 7 Allen, 16 Morrell - 10 Ramsey, 20 James, 11 Bale, - 13 Moore

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