ÖFB-„Finale“ gegen Ukraine: Für Standgas darf in den Köpfen kein Platz sein

Das ÖFB-Team hebt heute von Innsbruck zum letzten Gruppenspiel gegen die Ukraine in Bukarest ab. Am Montag geht’s ums Achtelfinale.

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Gegen ein Schwergewicht wie Juves De Ligt war es für Christoph Baumgartner zuletzt schwer durchzukommen. Der "Baumi" täte sich aus der Etappe leichter.
© JOHN THYS

Von Alex Gruber

Innsbruck – Einen Sieg um jeden Preis benötigt vermutlich auch das österreichische Fußball-Nationalteam morgen nicht. Zumal auf den Zweiten der Gruppe C im Achtelfinale in London der Erste der Gruppe A warten würde – und der heißt mit hoher Wahrscheinlichkeit Italien, mit eher kleinerer Wales. Die Italiener gehen in der Runde der letzten 16 nach zwei starken 3:0-Siegen wohl für niemanden als Wunschlos durch.

Die Wahrscheinlichkeitsrechung, dass beiden Teams ein X genügt, soll das letzte Gruppenspiel morgen nicht trüben. „Wir haben ein Entscheidungsspiel, wo wir auf jeden Fall punkten müssen. Es kann sein, dass sie abwartend agieren. Aber ich bin kein Fan davon, abwartend zu spielen, und will auf Sieg spielen“, stellte Mittelfeldturbo Konrad Laimer vor dem Abflug klar, um wie alle anderen Laufwege in die Tiefe zu fordern, um den Gegner zu einer Reaktion zu zwingen: „Man braucht Geduld über 90 Minuten. Natürlich wollen wir den Aufstieg ins Achtelfinale am Montag fixieren.“

Die so wichtige Rückkehr des in seiner offensiven Genialität unersetzbaren Marko Arnautovic wurde vor dem Showdown x-mal unterstrichen – und dass es gegen die Ukraine vielleicht eine andere Grundformation bei der rot-weiß-roten Auswahl benötigt, bringt Laimer kurz auf den Punkt: „Es ist Aufgabe vom Trainer, die Aufstellung festzulegen und einen Plan zu entwerfen.“

„Die Enttäuschung vom Holland-Spiel ist weg“

Sieht dieser Plan wieder Christoph Baumgartner als einen von zwei Angreifern vor? Der Hoffenheim-Legionär bestätigte gestern, dass seine Stärke sicher nicht darin liegt, den Gegner im Rücken zu haben, sondern darin, im offensiven Mittelfeld mit Tempo und aus der Etappe auf eine Abwehr losmarschieren zu können. „Ich habe mir die Latte mit starkem Start beim Team selbst hoch gelegt. Bei der EURO waren es bisher nicht meine zwei stärksten Spiele“, bestätigte „Baumi“ in veränderter Rolle, um zu ergänzen: „Die Enttäuschung vom Holland-Spiel ist weg. Jetzt ist die pure Vorfreude auf das kleine Finale, so würde ich das einmal nennen, da. Und solange wir die Partie gewinnen, ist mir wurscht, wenn ich nicht spiele.“

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Natürlich wäre er gerne am Feld. Weil das Gruppen-Endspiel ein weiteres Karriere-Highlight ist: „Es ist möglich, dass beide Teams nicht absolutes Risiko gehen. Ich glaube, wir sind die Mannschaft, die mehr individuelle Qualität hat. Und dann ist es egal, ob die Ukraine mit einer Vierer- oder Fünferkette spielt. Wenn wir unsere Klasse aufs Feld bringen, bin ich überzeugt, dass wir am Ende im Achtelfinale stehen.“

Weil die EURO für Valentino Lazaro mit einer Oberschenkelverletzung vermutlich vorbei ist, könnten sich auch die Chancen für einen (Kurz-)Einsatz von Alessandro Schöpf erhöhen. Die Einstellung, so Baumgartner, müsse bei jedem so wie bei Marko Arnautovic sein: „Er ist ein Mentalitätsvieh. Das kommt auch vom Straßenfußball – da heißt’s: ‚Wer verliert, muss vom Platz gehen.‘“ Die EURO-Bühne will noch keiner verlassen.


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