Klare ÖFB-Devise gegen Ukraine: Heißes Herz statt kühlem Rasenschach

Mit einem Sieg gegen die Ukraine will das ÖFB-Team heute (18 Uhr, TT.com-Live-Ticker) in Bukarest erstmals auf direktem Weg ins EM-Achtelfinale marschieren. Marko Arnautovic soll in der Startelf neue Kräfte entfalten.

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ÖFB-Teamchef Franco Foda baut heute auf seinen Stürmerstar Marko Arnautovic.
© GEPA pictures/ Christian Walgram

Von Alex Gruber

Bukarest – Zur Begrüßung gab es für das österreichische Fußball-Nationalteam gestern in Bukarest das witterungsbedingt erwartete Déjà-vu. Weil der Platz in der National-Arena (Sperre der Strafräume und des Mittelkreises) unbespielbar war, musste die Foda-Truppe wie schon vor dem Auftaktmatch gegen Nordmazedonien in ein anderes Stadion ausweichen. Vielleicht ist das ja ein gutes Omen.

Der Aberglaube wird heute im Duell der Nummer 23 der FIFA-Weltrangliste (Österreich) gegen die Nummer 24 (Ukraine) aber nicht helfen. Schon viel mehr helfen hingegen Spieler, die einmal mehr auch über die (mentale) Schmerzgrenze gehen, hoch anlaufen und aggressiv attackieren, um den Gegner zu Fehlern zu zwingen. Womit man auch bei der Aufstellung wäre. Teamchef Franco Foda legte sich gestern wenig überraschend darauf fest, dass Marko Arnautovic sein Comeback in der Startelf geben wird, und mahnte im selben Atemzug gleich kollektive Leistungsbereitschaft ein: „Marko hat seine Fähigkeiten. Aber es gilt, dass mehrere Spieler im Spiel die Verantwortung übernehmen.“ Zumal sich die Ukraine ja auch auf den 32-jährigen China-Legionär Arnautovic (27 Treffer in 89 Länderspielen) vorbereiten kann.

An vorderster Front waren die beiden Joker-Tore von Arnautovic und Michael Gregoritsch bislang das Turnier-Highlight. Stuttgart-Legionär Sasa Kalajdzic oder Hoffenheim-Aufsteiger Christoph Baumgartner, der im offensiven Mittelfeld wohl (weit) besser positioniert wäre, kamen einem im Angriff oft verloren vor. Und so überraschend und erfolgreich Fodas 3-5-2-Mantel (defensiv 5-3-2) mit Abwehrchef David Alaba gegen Nordmazedonien war, so sehr steht das System bei der möglicherweise neuerlich gleichen Wahl gegen die Ukraine am Prüfstand.

Man werde sehen, was ein wohl erneut sehr enges Spiel hergibt, sagt Foda. Ein Punkt wird reichen. „Wenn wir das Spiel gewinnen, wissen wir es direkt nach dem Spiel. Bei jedem anderen Ergebnis müssen wir abwarten. Wichtig ist, dass wir ins Achtelfinale kommen“, erklärt der Teamchef. Der erstmalige Einzug eines ÖFB-Teams ins EM-Achtelfinale wäre aber auch auf Platz drei „wunderbar“.

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📊 Mögliche Aufstellungen bei Ukraine - Österreich

  • Bukarest, Arena Nationala, SR Cakir/TUR
  • Ukraine: 1 Buschtschan (Dynamo Kiew/8 Länderspiele) - 21 Karawajew (Dynamo Kiew/35/1 Tor), 13 Sabarnyj (Dynamo Kiew/10/0), 22 Matwijenko (Schachtar Donezk/37/0), 16 Mykolenko (Dynamo Kiew/16/0) - 8 Malinowskyj (Atalanta Bergamo/38/6), 6 Stepanenko (Schachtar Donezk/62/3), 17 Sintschenko (Manchester City/41/6) - 7 Jarmolenko (West Ham/95/42), 9 Jaremtschuk (KAA Gent/26/10), 15 Zyhankow (Dynamo Kiew/26/6)
  • Österreich: 13 Bachmann (Watford/4) - 21 Lainer (Mönchengladbach/31/2), 3 Dragovic (Bayer Leverkusen/92/2), 8 Alaba (Bayern München/83/14), 4 Hinteregger (Eintracht Frankfurt/57/4), 2 Ulmer (Red Bull Salzburg/26/0) - 24 Laimer (RB Leipzig/11/1), 23 X. Schlager (Wolfsburg/22/1), 9 Sabitzer (RB Leipzig/52/8) - 19 Baumgartner (Hoffenheim/12/3), 7 Arnautovic (Shanghai Port/89/27)

Die Druckresistenz einer mit Legionären gespickten rot-weiß-roten Auswahl steht in Bukarest wieder am Prüfstand. Die Ukraine hält auf Platz zwei der Gruppe C beim anvisierten Gang in die Runde der letzten 16 die vorerst besseren Karten. Mit der Idee, von Beginn auf ein Remis zu spielen, kann sich Teamchef Andrij Schewtschenko genauso wenig wie Foda anfreunden: „So zu denken, kann bestraft werden. Wenn wir ins Spiel gehen und denken, ein Remis wäre okay, werden wir kein gutes Resultat erreichen.“ Kühles Rasenschach wäre auch für die Fans sehr bitter.


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