Erneut AK-Prozess wegen Kündigungen bei Coveris in Langkampfen

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AK-Chef Erwin Zangerl lässt bei Coveris nicht locker.
© Böhm

Langkampfen – Seit 2019 liegt die Arbeiterkammer Tirol (AK) im Clinch mit der Firma Coveris Flexibles Austria. Bereits zweimal versuchte das Verpackungsunternehmen, zehn seiner Mitarbeiter, darunter sieben über 50-jährige, zu kündigen. Beide Male klagte die AK und bekam Recht. Doch nun würde es Coveris erneut versuchen. „Die über 50-jährigen Mitarbeiter wurden in einer dritten Welle wieder gekündigt, diesmal mit vorhergehender Anzeige an das AMS“, so die Arbeitnehmervertreter. Auch diese Kündigungen würden aktuell von der AK gerichtlich bekämpft.

Gegenüber der erklärt Coveris, dass der Standort Kufstein schon länger rote Zahlen schreibe. Die Neuaufstellung des Werks – unter anderem habe die Coveris-Gruppe 2020 einen Eigenkapitalzuschuss von 20 Mio. Euro getätigt – hätte auch personelle Veränderungen nach sich gezogen. Darunter seien auch sieben langjährige Mitarbeiter über 50 Jahre gewesen. „Fakt ist, dass das Aufgabengebiet dieser Kollegen in den Raster jener Jobs fielen, deren Verlust wir als Unternehmen leichter verkraften als viele andere“, betont Barbara Sternig, Sprecherin von Coveris. Das sei eine klare betriebswirtschaftliche Entscheidung gewesen. „Das Thema wird derzeit vom neuen Werksleiter gemeinsam mit dem Betriebsrat diskutiert und wir sind bemüht, eine gütliche Einigung zu finden“, so Sternig.

Coveris Flexibles Austria sitzt in Langkampfen. Die Großmutter-Holding, die SCPack Holdings Management Sarl & Partners SCA, sitzt in Luxemburg und wies laut Angaben der Wirtschaftsauskunftei Creditreform Ende 2019 ein negatives Eigenkapital von mehr als 180 Mio. Euro aus. Gesellschafter der SCPack Holdings ist eine SCPack Holdings LP mit Sitz auf den Cayman Islands. (TT)

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