Letzte Ausfahrt Richtung Olympia: „Wir haben gegen alle schon gewonnen“

Österreichs Beachvolleyball-Paare spielen ab heute in Den Haag gemeinsam gegen 15 Länder um nur noch einen Olympia-Startplatz.

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Die Beachvolleyballer Martin Ermacora (l.) und Moritz Pristauz sind ab heute wieder am Ball: Es gilt, sich gemeinsam mit den Kollegen Seidl/Waller einen Startplatz für Tokio zu erbaggern.
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Von Sabine Hochschwarzer

Innsbruck – Österreich ist eine Nation der Beachvolleyballer – ohne Strand innerhalb der Landesgrenzen, man möchte es kaum glauben, doch: Seit der Aufnahme in das Olympische Programm waren stets österreichische Paare mit dabei. Einzig bei der Premiere vor 25 Jahren in Atlanta nicht. Das soll, geht es nach den vier heimischen Teams, die ab heute in Den Haag um nur zwei Startplätze (1 Damen, 1 Herren) für Tokio spielen, auch so bleiben.

„Wir denken derzeit nur von Spiel zu Spiel, auch wenn das banal klingt. Natürlich steht am Ende aber das große Ziel“, beschreibt Martin Ermacora, der mit Partner Moritz Pristauz (Stmk.) ebenso wie Robin Seidl/Philipp Waller, Katharina Schützenhöfer/Lena Plesiutschnig sowie Nadine und Teresa Strauss die Chance ergreifen will.

So etwas ist immer schwer zu planen, das muss auch passieren, aber ich denke, wir haben schon mehrfach beweisen, dass wir unsere Leistung abrufen können, wenn es drauf ankommt.
Martin Ermacora, Beachvolleyballer

Dafür müsse sich Ermacora aber warm anziehen – und das nicht nur wegen der aktuellen Temperaturen in den Niederlanden (Montag 13, Dienstag 16 Grad Celsius), die den Tiroler sogar in eine Daunenjacke zwingen. Einzig der Turniersieg (mit Erfolgen über die Schweiz, Deutschland oder die Niederlande) berechtigt für Tokio. „So etwas ist immer schwer zu planen, das muss auch passieren, aber ich denke, wir haben schon mehrfach beweisen, dass wir unsere Leistung abrufen können, wenn es drauf ankommt“, sagt der 2,03 m große Natterer. Bei der EM vor zwei Jahren etwa mit Bronze, 2018 mit Rang neun beim Major in Wien oder jüngst beim World-Tour-Turnier in Cancun, wo man nach der Auszeit von Ermacora unter Druck stand: Sie zogen ins Halbfinale ein.

Erster Antritt seit dem doppelten Bänderriss

„Wir mögen es einfach, wenn es etwas spezieller zugeht“, beschreibt der Tiroler und schmunzelt selbstbewusst: Und wir haben gegen alle hier schon gewonnen.“ Nach knapp sechs Jahren auf der World Tour zählen sie in Den Haag schon zu den Erfahrenen, auch wenn man so wie jetzt etwa bei Wind spielt, den man als Beachvolleyballer für gewöhnlich gar nicht gerne hat. „Seit Cancun lieben wir sogar das“, spielt Ermacora auf die Bedingungen beim Erfolg im April an.

Routine gewann das Paar aber auch im Umgang mit Verletzungen, dahingehend gilt es ebenso alles auszuspielen: Es ist Ermacoras erster Antritt nach seinem doppelten Bänderriss Anfang Mai, noch trägt er einen Tapeverband am Knöchel: „Ohne ihn würde man die Verletzung nicht mehr erkennen, ich bin kaum noch eingeschränkt.“

Gespielt werden die Duelle der 16 teilnehmenden Länder im K.o.-System, also ab dem Achtelfinale. Österreich startet gegen Slowenien – um 11.20 Uhr Seidl/Wallner, um 12.10 Uhr folgen Ermacora/Pristauz. Danach würde man auf Favorit Schweiz oder Serbien treffen. Steht es 1:1 an Siegen, entscheidet ein „Golden Match“, in dem die Aufstellung aus den vier Aktiven eines Landes wählbar wäre.

Wählbar bleibt auch, welches Team bei einem möglichen Turniersieg nach Tokio fährt. Das entscheidet dann Österreichs Verband.


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