Reither Kunst-am-Bau-Projekt: Vorne Bilderwand, hinten Tribüne

Kunst-am-Bau-Projekt von Matthias und Maximilian Bernhard in Reith im Alpbachtal.

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Bunter Kunst-am-Bau-Zwitter aus Bild und Skulptur: „Gidi-Blick“ von Matthias und Maximilian Bernhard in Reith im Albachtal.
© Bernhard

Reith im Alpbachtal – Den Kunst-am-Bau-Wettbewerb, den die Neue Heimat für eine von ihr errichtete Wohnanlage in Reith im Alpbachtal ausgelobt hat, hat gegen drei Miteingeladene der junge, in Wien lebende Kitzbüheler Maler Matthias Bernhard gewonnen. Mit einem Projekt, das er allerdings gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Maximilian entwickelt hat. Der, im Gegensatz zu Matthias, dessen meist riesigformatige, pastos aus bunten Zeichen gepuzzelte Bilder hierzulande schon mehrfach zu sehen waren, in seiner „alten Heimat“ ein komplett Unbekannter ist.

Hat es den 31-jährigen Maximilian Bernhard doch nach dem Besuch der Schnitzschule von Elbigenalp, dem er noch eine Tischlerlehre und eine ausgedehnte Weltreise angeschlossen hat, zum Studium der Bildhauerei für einen Tiroler völlig unüblich an die Karlsruher Akademie gezogen. Eigentlich Stephan Balkenhols wegen, wie Maximilian Bernhard sagt, um letztlich allerdings in der Meisterklasse von Harald Klingelhöller zu landen. Um bei diesem sehr gut aufgehoben zu sein, ist die Kunst, die Maximilian Bernhard macht, doch raffiniert an der Schnittstelle zwischen dem Zwei- und Dreidimensionalen angesiedelt, indem er die skulpierte Form zum Bildträger für mehr oder weniger assoziative Spuren und Strukturen macht.

Das Reither Kunst-am-Bau-Projekt ist allerdings das Ergebnis konstruktiver brüderlicher Zusammenarbeit. Positioniert als den Kinderspielplatz zur Straße hin abschließendes, aus Beton-Legosteinen gebautes, zehn Tonnen schweres Element. Das sich von der einen Seite als bunte, aus 27 skurrilen Gesichtern und Mustern gepuzzelte Bilderwand präsentiert, um von der anderen als kleine Tribüne daherzukommen. Mit unverstelltem Blick auf den Kirchturm wie die Berge im Hintergrund. (schlo)

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