Red-Bull-Revival soll sich bei Heim-Doppel in Spielberg fortsetzen

Vor dem ersten von zwei Grand Prix auf dem Red-Bull-Ring in Spielberg fürchtet Mercedes die neue Power des Honda-Motors, während Max Verstappen noch den Zweifler spielt.

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Bei einer vom Hangar-7 über den Grundlsee zum Spielberg führenden "Schnitzeljagd" waren Max Verstappen, Sergio Perez, Yuki Tsunoda und Pierre Gasly mit einem Wasserflugzeug, Plätten-Booten sowie am Ende zwei geländegängigen Pinzgauern unterwegs.
© Instagram/Max Verstappen

Spielberg - Vor dem 35. Formel-1-Rennen in Österreich am kommenden Sonntag (15.00 Uhr/TT.com-Live-Ticker) drängt sich vor allem eine Frage auf: Kann Red Bull Racing auch beim ersten von zwei Heimspielen auf der Spielwiese von Teambesitzer Dietrich Mateschitz in Spielberg so auftrumpfen wie in den jüngsten drei Rennen? Mercedes jedenfalls fürchtet die neue Power des Honda-Motors, während Max Verstappen noch den Zweifler spielt. "Es gibt für nichts eine Garantie", meinte der WM-Führende.

Drei Rennen in Folge hat Red Bull in der laufenden Saison zuletzt gewonnen - Verstappen siegte in Monaco und am vergangenen Sonntag in Le Castellet, dazwischen Teamkollege Sergio Perez in Baku. So eine Serie hatte der Rennstall des Mürztaler Energy-Drink-Milliardärs Mateschitz seit 2013 nicht hingelegt. Damals triumphierte Sebastian Vettel sogar in den letzten neun Rennen der Saison - eine fast irrwitzige Zahl, die vorher nur Alberto Ascari in den 1950er-Jahren erreicht hatte. 2014 kam bekanntlich ein neues Motor-Reglement, das die Turbo-Hybrid-Antriebe einführte, womit die Dominanz des Mercedes-Werksteams begann.

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2014 erfolgte auch das Comeback der Rennstrecke in Spielberg, die zuvor als Österreichring (bis 1987) und dann als A1-Ring (1997 bis 2003) bekannt gewesen war. Und die Überlegenheit der Mercedes-"Silberpfeile" zeigt sich auch daran, dass die Mannschaft um ihren österreichischen Teamchef Toto Wolff von den bisher acht Ausgaben auf dem Red Bull Ring sechs gewonnen hat. Im Juli des Vorjahres siegte erst der Finne Valtteri Bottas, eine Woche danach der spätere Weltmeister Lewis Hamilton.

Für die einzigen beiden fetten Farbkleckse in der Bilanz sorgte Red-Bull-Held Verstappen, der - angetrieben von einer Armada niederländischer Fans - 2018 und 2019 den Sieg davontrug. "Klar ist es wie ein Heimrennen, und dass es zwei Rennen gibt, macht das Ganze noch besser", sagte der 23-Jährige. "Es ist immer schön, hier zu fahren, und wir haben in der Vergangenheit gute Resultate auf dem Red Bull Ring einfahren können." Von einem Selbstläufer geht der Hoffnungsträger auf den WM-Titel allerdings nicht aus.

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"Wir müssen das Auto wie zuletzt wieder optimal einstellen, die Bedingungen richtig einschätzen und darauf reagieren. Ich weiß auch nicht, wie das Wetter sein wird. Ich gehe jedenfalls davon aus, dass es wieder eng wird", betonte der Niederländer. Garantie gibt es auch für das Wetter - wie so oft zuletzt in Spielberg - natürlich keine. Von strahlendem Sonnenschein bis zu Regen im Qualifying sowie im Rennen ist alles drin.

Für Mercedes-Boss Wolff ist Red Bull der leichte Favorit. Vor allem, weil Honda mit der jüngst erstmals zum Einsatz gekommenen Ausbaustufe des Motors offenbar ein großer Wurf gelungen sei. "Die haben eindeutig einen großen Sprung gemacht. Größer, als wir das gemacht haben. Man sieht es jetzt auf den Geraden, da gibt es im Moment kein vorbei", erklärte der Wiener. Und der Vollgas-Anteil ist nur in Monza höher als in Spielberg.

Für Spannung ist vor dem Großen Preis der Steiermark jedenfalls gesorgt. Schafft Verstappen - in der WM zwölf Punkte vor Hamilton - hier einen weiteren Sieg, hätte er mit drei Spielberg-Erfolgen zu Rekordhalter Alain Prost aufgeschlossen. Das Gleiche gilt aber für Hamilton und Bottas, die den Vierfach-Weltmeister aus Frankreich ebenfalls ein- und eine Woche später sogar überholen können.

Spielberg II von 2. bis 4. Juli soll dann der Startschuss für eine zumindest täuschend echt scheinende Rückkehr zu Vor-Corona-Zeiten sein. Für das neunte Grand-Prix-Wochenende werden keine Zuschauerbeschränkungen mehr gelten. Die Ränge werden voll sein, der Paddock-Club der Formel 1 erstmals wieder in Betrieb.

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Am ersten Wochenende hingegen wird unter den erlaubten 15.000 Zuschauern auch die Promidichte noch geringer ausfallen. Die ranghöchsten Gäste werden Bundeskanzler Sebastian Kurz und der steirische Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (beide ÖVP) sein - der eigentliche Chef aber freilich Ring-Eigentümer und Gastgeber Mateschitz.

Die letzten Tickets sind noch unter www.projekt-spielberg.com erhältlich. Dort sind auch sämtliche Informationen zu Anreise, 3-G-Nachweisen und sonstigen Corona-Schutzmaßnahmen zu finden. (APA)


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