Nach Tornado in Tschechien: Aufräumarbeiten angelaufen

Soldaten, Feuerwehrleute und Statiker standen am Samstag im Einsatz. Verschüttete wurden nicht mehr unter den Trümmern vermutet.

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In sieben Ortschaften in Südmähren wurden Hunderte Gebäude teils oder ganz zerstört.
© HELMUT FOHRINGER

Breclav – Nach dem verheerenden Tornado im Südosten Tschechiens haben die Aufräumarbeiten begonnen. Soldaten und Feuerwehrleute räumten am Samstag unter anderem Autos weg, die der Wirbelsturm umhergeworfen hatte. Statiker prüften, welche Gebäude wegen Einsturzgefahr abgerissen werden müssen. Verschüttete wurden nicht mehr unter den Trümmern vermutet.

Bei dem Unwetter am Donnerstag waren fünf Menschen ums Leben gekommen und rund 200 verletzt worden. Unter den Toten ist nach einem Bericht des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in Tschechien auch eine schwangere Frau aus dem Nachbarland Slowakei, deren ungeborenes Kind ebenfalls starb.

In sieben Ortschaften in Südmähren wurden Hunderte Gebäude teils oder ganz zerstört. Nach Einschätzung des Wetterdienstes hinterließ der Tornado eine 500 Meter breite und 26 Kilometer lange Schneise der Verwüstung. „Ich habe den Krieg erlebt, aber so etwas habe ich im Leben nicht gesehen", sagte eine alte Frau der Agentur CTK.

Das Ministerium für Regionalentwicklung kündigte an, umgerechnet 16 Millionen Euro an Soforthilfen für den Wiederaufbau zur Verfügung zu stellen. Die Prager Regierung unter Ministerpräsident Andrej Babis will zudem Gelder aus dem EU-Solidaritätsfonds beantragen, der nach großen Naturkatastrophen Hilfe leistet. Bei Hilfsorganisationen gingen zudem innerhalb von kürzester Zeit umgerechnet knapp sechs Millionen Euro von privaten Spendern für die Unwetteropfer ein.

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📽️ Video | Lokalaugenschein im Südosten Tschechiens:

In Wien betreute Patienten außer Lebensgefahr

Indes hat sich der Zustand der beiden schwerverletzten tschechischen Tornado-Opfer, die zur medizinischen Versorgung nach Wien gebracht wurden, gebessert. Sie befinden sich laut Wiener Gesundheitsverbund nicht mehr in Lebensgefahr.

Wie ein Sprecher Samstagmittag der APA berichtete, konnte ein im AKH behandelter, rund 50 Jahre alter Patient bereits auf die Normalstation verlegt werden. Eine in die Klinik Donaustadt überstellte 15-Jährige dürfte noch am Samstag von der von der Intensiv- auf die Normalstation kommen. (APA/dpa)


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