Schubert: „War in einem entscheidenden Moment mental nicht bereit“

Trotz Boulder-Halbfinal-Aus beendete Jakob Schubert den Heim-Weltcup „höchst zufrieden“. Nicolai Uznik glänzte im ersten Finale als Vierter.

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In der Qualifikation noch der Beste, fehlten Jakob Schubert im gestrigen Boulder-Halbfinale die letzten Körner.
© KVÖ/Andreas Aufschnaiter

Von Max Ischia

Innsbruck – Als sich das Adrenalin verflüchtigt hatte und die Glückshormone nicht mehr verrückt spielten, kehrten sie schleichend zurück, die Nackenschmerzen. Dieses spürbare Ziehen, diese punktuelle Verspanntheit im Genick. „Ein bisserl wie ein Hexenschuss“, sollte jener Mann sagen, der noch eine knappe halbe Stunde zuvor den Vorstieg-Bewerb bei den IFSC Austria Open in Innsbruck gerockt hatte. Nach Siegerehrung, Dopingprobe und Interviews lag Jakob Schubert also auf der Massagebank und ließ sich von Verbands-Physiotherapeut Markus Schauer behandeln.

Schließlich ging es bereits gestern Vormittag weiter. Und nach gewonnener Qualifikation, bei der sich Schubert am Mittwoch diese Verspannung zugezogen hatte, wollte der dreifache Weltmeister nichts anderes, als im Bouldern den nächsten Coup zu landen. Doch letztlich fehlten dem 30-Jährigen die geistige Frische („Ich war in einem entscheidenden Moment mental nicht bereit“) und die letzten physischen Körner.

Nicolai Uznik jubelte über seinen ersten Finaleinzug.
© KVÖ/Andreas Aufschnaiter

Die Konsequenz: Die Perfektion in Kletterpatscherln scheiterte im Halbfinale, er musste sich mit Rang 14 bescheiden, zog aber „höchst zufrieden“ Bilanz. Die Marschroute hinsichtlich der Olympia-Premiere in Tokio passe jedenfalls „nahezu perfekt“. Ob Schubert wie geplant kommende Woche den Speed- und Vorstieg-Weltcup in Villars (SUI) in Angriff nimmt, wollte er sich offenlassen. „Schauen wir, was der Nacken macht.“

Johanna Färber schrammte knapp an der Entscheidung vorbei.
© KVÖ/Andreas Aufschnaiter

Teamkollege Nicolai Uznik frohlockte derweil über seinen ersten Finaleinzug – und schnupperte auch am Podest. Letztlich wurde es Rang vier. Bei den Damen schrammte Johanna Färber als Siebente hauchdünn am Sechser-Finale vorbei. Franziska Sterrer und Sandra Lettner landeten auf den Rängen 13 bzw. 18. Die Siege ging an Überkletterin Janja Garnbret (SLO) und Yoshiyuki Ogata (JAP).

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Kletter-Weltcup Innsbruck

Boulder-Finale, Damen:

1. Janja Garnbret (SLO)

2. Natalia Grossman (USA)

3. Stasa Gejo (SRB)

4. Futaba Ito (JAP)

Herren:

1. Yoshiyuki Ogata (JAP)

2. Tomoa Narasaki (JAP)

3. Kokoro Fujii (JAP)

4. Nicolai Uznik (AUT)

Vorstieg-Finale, Damen:

1. Janja Garnbret (SLO) Top

2. Brooke Raboutou (USA) 40

3. Akiyo Noguchi (JAP) 33+

4. V. Meshkova (RUS) 22+

Herren:

1. Jakob Schubert (AUT) 47+

2. Stefano Ghisolfi (ITA) 47

3. Sascha Lehmann (SUI) 38+

4. Masahiro Higuchi (JAP) 38+


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