ÖFB-Stimmung nach Achtelfinal-Aus zwischen Enttäuschung und Stolz

Die rot-weiß-roten Kicker brachten Titel-Mitfavorit Italien beim 1:2 nach Verlängerung im Wembley-Stadion ins Wanken, am Ende aber hieß es Koffer packen.

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ÖFB-Stürmer Sasa Kalajdzic verkürzte in der Schlussphase der Verlängerung per spektakulärem Flugkopfball zum 1:2.
© Paul Marriott via www.imago-images.de

London - Die Stimmungslage der österreichischen Teamspieler ist am Samstag nach dem Aus im EM-Achtelfinale zwischen Stolz und Enttäuschung gependelt. Die ÖFB-Kicker brachten Titel-Mitfavorit Italien beim 1:2 nach Verlängerung im Wembley-Stadion ins Wanken, am Ende aber hieß es Koffer packen. "Es ist nicht nur eines der grausamsten Spiele meiner Karriere, sondern eines der grausamsten in der Geschichte des österreichischen Fußballs", lautete die Zusammenfassung von Sasa Kalajdzic.

Für den Stuttgart-Stürmer spiegelte das Ergebnis nicht die wahren Kräfteverhältnisse wider. "Wir waren besser, als es das Resultat zeigt, und hätten uns mindestens ein Elferschießen verdient gehabt." Dennoch sei das Turnier "sehr denkwürdig gewesen", betonte der Schütze des ÖFB-Treffers gegen die Italiener. Dabei seien die Leistungen in der Gruppenphase "vielleicht nicht überragend" gewesen, meinte Kalajdzic. "Aber wir haben trotzdem die nötigen Punkte geholt."

Den Auftritt gegen Italien bezeichnete der Angreifer als "historischen Tag für den österreichischen Fußball, aber nicht so, wie wir uns das gewünscht haben". Über seinen spektakulären Treffer, der Italiens Torsperre nach 1.169 Minuten brach, konnte Kalajdzic nicht wirklich jubeln. "Vielleicht ein schönes Tor für die Erinnerung, aber es tut mehr weh, als ich mich freuen kann."

Mehr freuen konnte sich der Zwei-Meter-Stürmer über den Teamgeist innerhalb der ÖFB-Truppe. "Wir sind eine Mannschaft, die im Turnier noch mehr zusammengefunden hat. Wir haben immer an uns geglaubt und die Spiele haben gezeigt, dass wir hierhergehören." Man habe sich bei der EM äußerst positiv präsentiert, meinte Kalajdzic. "Wir haben ganz Europa gezeigt, dass wir richtig gute Fußballer sind, dass es in Österreich nicht nur Skifahrer gibt, sondern auch richtig gute Kicker."

Auch Marko Arnautovic zog ein zwiespältiges Resümee. "Fazit ist, dass wir zufrieden sein können. Aber ich bin nicht zufrieden. Ich wollte auch ins Viertelfinale, ich denke, das wollten wir alle. Wenn du die Gesichter von allen siehst, sieht man, dass keiner zufrieden ist, dass wir jetzt nach Hause gehen", sagte der China-Legionär.

David Alaba pflichtete ihm bei. "Letzten Endes wurden wir für diese Leistung, diese komplette Endrunde nicht belohnt. Das ist sehr bitter. Wenn man sich das Spiel heute anschaut, das tut sehr weh", sagte der künftige Real-Madrid-Profi, ergänzte aber auch: "Wir können stolz auf uns sein, Österreich kann stolz auf uns sein."

Goalie Daniel Bachmann hob ebenfalls hervor, dass man "ein ganzes Land stolz gemacht" habe. Zudem verwies der Watford-Profi auf den überaus positiven Teamspirit. "Wir sind abseits des Platzes unglaublich zusammengewachsen. Das war abseits der sportlichen Leistungen das Schönste in den letzten Wochen", erklärte der Niederösterreicher. (APA)


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