Historische Nepomukkapelle in Hall erstrahlt in neuem Glanz

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Die Freude über das renovierte Kleinod „Lendkapelle“ ist groß.
© Jenewein

Hall – Mit einer gemütlichen Feier unter freiem Himmel wurde am Samstag der Abschluss der Restaurierungsarbeiten an der historischen Nepomukkapelle im Haller Stadtteil Untere Lend begangen. Pfarrer Jakob Patsch nahm im Beisein von Stadtpolitik und -verwaltung und vielen Bewohnern der Unteren Lend die Segnung vor.

Michael Schretthauser, Maler- und Vergoldermeister aus Innsbruck, hatte das Kleinod aus dem ausgehenden Barockzeitalter – mit markanten neoklassizistischen Stilmerkmalen – im Sommer 2020 fachkundig renoviert. Unter Aufsicht von Stadtbau- und Denkmalamt hat er die ursprüngliche Farbigkeit in Kalkfarben wiederhergestellt und die Rosetten am Schutzgitter neu vergoldet. Auch die aus Schwarzkiefernholz geschnitzte Figur des hl. Johannes Nepomuk wurde gereinigt.

Die so genannte Lendkapelle geht auf das Jahr 1765 zurück: Anlass war der plötzliche Tod von Kaiser Franz Stephan von Lothringen, Gemahl Maria Theresias, am 18. August. Beide waren ja zur Hochzeit ihres Sohnes Erzherzog Leopold mit der spanischen Prinzessin Maria Ludovica nach Innsbruck gereist – die Triumphpforte erinnert bis heute mit ihrer „glücklichen“ und „traurigen“ Seite daran. Franz Stephans Leichnam wurde damals fünf Tage lang in der Hofburg aufgebahrt, die Einschiffung des Sarges Richtung Wien erfolgte dann eben in der Haller Lend. In Innsbruck selbst war das wegen des Haller Holzrechens für die Saline nämlich nicht möglich.

Rund um die Kapellensegnung servierte der Verein W.I.R., Betreiber des Cafés im Erzspeicher, ein eigenes Nepomuk-Bier mit liebevoll gestalteten Etiketten, gebraut von Arno Pauli aus Absam. Die Stadtteilinitiative „Komm Ent Hall“ lud Kinder zum Papierschiffbasteln ein, Expertin Anita Töchterle-Graber gab historische Einblicke. (TT)

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