Das bringt der Montag bei der EURO: Schweiz fordert Weltmeister Frankreich

Die Franzosen haben vor dem Duell gegen die Eidgenossen (21.00 Uhr/TT.com-Live-Ticker) einige Verletzungssorgen in der Defensive. Im zweiten Spiel des Tages treffen der WM-Zweite Kroatien und Spanien (18.00 Uhr) in Kopenhagen aufeinander.

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Wer setzt sich durch im Achtelfinale: Granit Xhaka (l.) mit der Schweiz oder Antoine Griezmann mit Frankreich?
© FABRICE COFFRINI

⚽ EM-Achtelfinale Kroatien - Spanien 18.00 Uhr

„Wir müssen gut vorbereitet sein, aber wir haben auch unsere Qualitäten. Deshalb wird es auch für sie nicht einfach“, meinte Kroatiens Teamchef Zlatko Dalic vor dem heutigen Duell mit Spanien (18 Uhr, live TT.com-Ticker) in Kopenhagen. „Wir waren sicher nicht deren erste Wahl“, betonte Tormann Dominik Livakovic.

Die Stimmung im Team sei gut, der 3:1-Sieg gegen Schottland habe einen Schub gegeben. Das hob auch Josip Juranovic hervor. „Wir können das nächste Spiel kaum erwarten“, sagte der Abwehrspieler. „Spanien hat ein exzellentes Team, aber wir müssen auf uns schauen.“

Der Blick fällt nach dem positiven Corona-Test von Offensivmann Ivan Perisic allerdings getrübt aus. Der 32-jährige Meister von Inter Mailand traf sowohl gegen Tschechien (1:1) als auch gegen die Schotten und steuerte gegen Letztere zusätzlich einen Assist bei. Beim 2:1-Erfolg über Spanien in der Gruppenphase der EM 2016 traf er ebenfalls. Sein Ersatz wird gefordert sein, Ante Rebic und Josip Brekalo kommen in Frage. Für den gesperrten Routinier Dejan Lov­ren wird wohl Ex-Salzburger Duje Caleta-Car wie schon im ersten Spiel, dem 0:1 gegen England, in die Innenverteidigung rücken.

📊 Mögliche Aufstellungen bei Kroatien - Spanien

  • Kopenhagen, Parken Stadion, 18.00 Uhr/live ORF 1, SR Cakir/TUR)
  • Kroatien: 1 Livakovic - 22 Juranovic, 5 Caleta-Car, 21 Vida, 25 Gvardiol - 10 Modric, 11 Brozovic, 8 Kovacic - 13 Vlasic - 20 Petkovic, 17 Rebic
  • Spanien: 23 Simon - 2 Azpilicueta, 12 Garcia, 24 Laporte, 18 Alba - 8 Koke, 5 Busquets, 26 Pedri - 9 Moreno, 7 Morata, 22 Sarabia

Bei den Spaniern hat das 5:0 gegen die Slowakei im alles entscheidenden Gruppenspiel für Aufbruchstimmung gesorgt, mit Blick auf Mannschaften um Spieler wie Mo­dric oder ein mögliches Viertelfinale gegen Frankreich mit Kylian Mbappé titelte die Sportzeitung As allerdings auch schon: „Ein Everest für die Roja.“ Der erlösende erste Sieg im Turnier nach zuvor zwei wenig erbaulichen Unentschieden brachte die Spanier zum Sprudeln, es war die Flasche Schaumwein, von der Luis Enrique vor dem Gruppenfinale gesprochen hatte, die ploppte. „Nun ist es Zeit, die nächste zu öffnen“, betonte der spanische Teamchef mit Blick auf das anstehende erste K.-o.-Spiel.

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Bei einem gemeinsamen Essen in Madrid schworen sich die Spanier um ihren 18 Jahre alten EM-Shooting­star Pedri auf die kommende Partie ein. „Und zum Nachtisch Kroatien“, titelte daraufhin die Sportzeitung Marca. Weni­g Appetit dürften die Spanier dabei auf ein Elfmeterschießen haben: Zu schlecht ist die Bilanz mit mittlerweile fünf vergebenen Strafstößen in Serie aus dem Spiel heraus. Selbst Keeper Simon bot sich jüngst schon öffentlich als Schütze an. (APA)

⚽🏆📆 EM-Achtelfinale - Spielplan

Samstag, 26. Juni 2021:

  • Wales - DÄNEMARK 0:4 (0:1)
  • ITALIEN - Österreich 2:1 n.V. (0:0,2:0)

Sonntag, 27. Juni 2021:

  • Niederlande - TSCHECHIEN 0:2 (0:0)
  • BELGIEN - Portugal 1:0 (1:0)

Montag, 28. Juni 2021:

  • 18.00 Uhr, Kopenhagen: Kroatien - Spanien
  • 21.00 Uhr, Bukarest: Frankreich - Schweiz

Dienstag, 29.06.2021:

  • 18.00 Uhr, London: England - Deutschland
  • 21.00 Uhr, Glasgow: Schweden - Ukraine

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⚽ EM-Achtelfinale Frankreich - Schweiz 21.00 Uhr

Die Eidgenossen, die als einer der besten Gruppendritten weiterrutschten, klammern sich an die Eigenheiten des Fußballs. „Die Papierform sagt nicht immer alles aus. In der K.-o.-Phase ist vieles möglich“, sagte Offensivmann Xherdan Shaqiri.

Bedingungslos überzeugen konnte Frankreich bisher nicht. „Les Bleus“ hatten freilich die „Hammergruppe“ mit Deutschland, Portugal und Ungarn erwischt, mussten neben den Portugiesen auch gegen Ungarn Federn lassen und wurden schließlich Erste. „Wir dürfen sie nicht unterschätzen. Es ist ein K.-o.-Spiel“, warnte Frankreichs Teamchef Didier Deschamps. „Sie sind gut strukturiert und verfügen mit Seferovic, Embolo und Shaqiri über gutes Offensivpotenzial.“

Wenn den Franzosen etwas Sorgen bereitet, dann sind es wohl weniger die Schweizer denn eigene, kleine Baustellen. Der Dreiersturm mit Kylian Mbappé, Antoine Griezmann und Karim Benzema ist noch nicht zur Hochform aufgelaufen. Und in der Defensive wird man von einigen Verletzungssorgen geplagt und erwägt eine Dreier- statt Viererkette. Beide etatmäßigen Linksverteidiger Lucas Hernandez und Lucas ­Digne sind angeschlagen, laut französischen Medien hat Des­champs das System, das Frankreich nur sehr selten angewendet hat, am Samstag trainieren lassen.

📊 Mögliche Aufstellungen bei Frankreich - Schweiz

  • Bukarest, Arena Nationala, SR Rapallini/ARG
  • Frankreich: 1 Lloris - 2 Pavard, 4 Varane, 3 Kimpembe, 5 Lenglet, 14 Rabiot - 7 Griezmann, 13 Kante, 6 Pogba - 19 Benzema, 10 Mbappe
  • Schweiz: 1 Sommer - 4 Elvedi, 22 Schär, 5 Akanji - 2 Mbabu, 8 Freuler, 10 G. Xhaka, 13 R. Rodriguez - 23 Shaqiri - 7 Embolo, 9 Seferovic

Der Respekt der Schweizer ist trotzdem riesig. „Das ist der beste Sturm dieser EM“, sagte Außenspieler Ricardo Rodriguez. Und Defensivmann Silvan Widmer bezeichnete Mbappé als „einen Schnellzug mit unglaublich Speed“. Für Granit Xhaka gibt es an der Ausgangslage nichts zu rütteln. „Auf dem Papier sind die Franzosen die Favoriten, da müssen wir ehrlich sein. Sie sind Weltmeister. Doch wir müssen uns auch nicht zu klein machen. Ich sage mal optimistisch: 55:45 für Frankreich.“

Die Differenz dürfte freilich größer sein. Hier die Schweiz mit einem Marktwert des EM-Kaders von rund 280 Millionen Euro. Dort der Weltmeister mit 1,03 Milliarden Euro. Oder das Titel-Portfolio der beiden Mannschaften:

Die erwartete Startformation der Franzosen kommt auf 59 Titel bei Welt- und Europameisterschaften, in den fünf großen europäischen Ligen oder in Champions League und Europa League. Und die Schweizer? Sie versammeln im gesamten EM-Kader ganze sechs solcher Erfolge. Shaqiri hat sie alle geholt, mit Bayern München und Liverpool, in einer ­Ersatzrolle. (APA)


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