„Ich bin schuldig“: Zwei Jahre Haft für 28-jährigen Pädophilen aus Tirol

Ein Oberländer gestand, einen Elfjährigen sexuell missbraucht zu haben. Beim Neunjährigen blieb es beim Versuch.

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Von Thomas Hörmann

Innsbruck – „Ja, ich bin pädophil.“ Ohne Umschweife gab ein 28-jähriger Oberländer am Montag im Landesgericht mehrere teils versuchte sexuelle Missbräuche von zwei Buben zu. „Ich bin schuldig“, versuchte der Angeklagte erst gar nicht, die Vorwürfe abzuschwächen oder zu leugnen. Der Mann stand nicht zum ersten Mal vor Gericht. Bereits vor drei Jahren wurde er wegen Kinderpornos verurteilt.

Über 14.000 illegale Dateien aus dem Darknet

Auch beim Prozess am Montag ging es zum Teil um Kinderpornos. Der Angeklagte soll über 14.000 illegale Dateien aus dem Darknet heruntergeladen, gespeichert und teils weitergegeben haben. Der Beschuldigte ließ sich bei Chats mit Minderjährigen auch pornografische Bilder schicken.

Weiters warf die Staatsanwältin dem Angeklagten vor, einen elfjährigen Buben – den Sohn eines Freundes – bei einem gemeinsamen Urlaub in Vorarlberg sexuell missbraucht zu haben. Ob das Kind dabei geschlafen hat oder wach war, konnte vor Gericht nicht eindeutig geklärt werden. Auch deshalb, weil sich der Elfjährige bei der kontradiktorischen Befragung nicht wirklich erinnern konnte. Aufgeflogen ist der Missbrauch nur, weil der 28-Jährige nach seiner Festnahme im vergangenen November eine „Lebensbeichte“ abgelegt hat. Ein umfassendes Geständnis also, das auch den sexuellen Übergriff auf den Elfjährigen beinhaltete, von dem die Polizeibeamten zum damaligen Zeitpunkt gar nichts wussten.

Morddrohungen und Geld für Aufnahmen

Der Beschuldigte räumte auch ein, dem Buben Geld für Fotos und Videos geboten zu haben. Als sich das Opfer weigerte, „wurde es mit dem Tod bedroht“, erklärte die Staatsanwältin. „Ja, ich hab etwas gesagt, das ich nicht sagen hätte sollen“, gestand der Angeklagte auch die gefährlichen Drohungen ein. Beim zweiten Opfer, einem neunjährigen Buben, blieb es bei Missbrauchsversuchen. Das Kind konnte die Übergriffe abwehren.

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„Mein Mandant ist kein schlechter Mensch. Bei ihm hat sich eine Krankheit entwickelt, die durch einschlägige Bilder aus dem Darknet genährt wurde“, warb der Strafverteidiger beim Schöffensenat um Verständnis. Der Oberländer erklärte, sich bereits in der Untersuchungshaft in psychologische Behandlung begeben zu haben. Jetzt will er eine Therapie beantragen.

Der Schöffensenat verurteilte den Angeklagten nach halbstündiger Beratung zu zwei Jahren Haft. Dazu kommen sieben Monate Haft, die nach der ersten Verurteilung im Jahr 2018 bedingt nachgesehen, jetzt aber widerrufen wurden. Die Richterin wertete als erschwerend, dass der Oberländer kurz nach der ersten Verurteilung rückfällig geworden war. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.


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