Wieder heftige Unwetter in Bayern: Auch Zugverkehr der ÖBB beeinträchtigt

Starkregen, Hagel, umgestürzte Bäume, weggeschwemmte Autos, überschwemmte Keller und Unterführungen: Erneut ist am Dienstagabend eine heftige Gewitterfront über den Süden Deutschlands gezogen. Das betrifft auch den Zugverkehr der ÖBB – Nachtzüge von und nach Amsterdam, Brüssel, Innsbruck und Wien fallen aus.

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Starkregen, Blitz und Donner zogen am Dienstagabend über weite Teile Bayerns – wie hier in Bamberg.
© imago/Schmitt

Rosenheim – Heftige Unwetter sind am Dienstag erneut über Bayern gezogen und haben auch den Bahnverkehr stark beeinträchtigt. Die Unterbrechungen im Fernverkehr sollten nach Bahnangaben voraussichtlich bis in die Abendstunden hinein anhalten. Betroffen von Sperrungen waren auch zahlreiche Regionalbahnstrecken. Ein Sprecher der Polizei in Rosenheim berichtete von auf Straßen und Autos gestürzten Bäumen und vollgelaufenen Kellern.

Die Feuerwehr in München verzeichnete nach eigenen Angaben bis zum Abend rund 75 Einsätze. Es seien Keller und Unterführungen vollgelaufen. Starker Wind habe Äste abgebrochen, der Verkehr sei behindert worden. In Lindau am Bodensee wurde die Anlage einer Gartenschau beschädigt, wie die Veranstalter mitteilten. Es knickten Äste von Bäumen ab, stürzten Bauzäune um und gingen Türen von Gewächshäusern zu Bruch. Die Schau sollte am Mittwoch wie geplant öffnen können.

Gewitterwolken über Bad Tölz.
© imago/Eifert

Im Bahnverkehr waren Verbindungen zwischen Stuttgart und München, Stuttgart und Nürnberg, zwischen Erfurt, Nürnberg und München, zwischen Fulda und München sowie zwischen Frankfurt (Main) und Passau betroffen. Sie seien vorübergehend eingestellt worden. Die Nachtzüge der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) von und nach Amsterdam, Brüssel, Innsbruck und Wien fallen aus, wie die Deutsche Bahn weiter mitteilte. Noch fahrende Fernzüge seien teilweise sehr voll. Dafür werde um Verständnis gebeten, hieß es. Reisende wurden gebeten, sich vor Reiseantritt über ihre Verbindung zu informieren.

Im Regionalverkehr wurden mehrere Strecken gesperrt und der Zugverkehr eingestellt, darunter waren zum Beispiel die Strecken zwischen Landshut und Plattling (Landkreis Deggendorf), zwischen München und Buchloe (Landkreis Ostallgäu) und zwischen Nürnberg und Schwabach, wie es auf der Internetseite der Bahn hieß.

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Sturzbäche und Schlamm: Altstadt von Landshut unter Wasser

In Landshut haben außergewöhnliche Regenmassen die Altstadt unter Wasser gesetzt. Zum Anpfiff des EM-Fußballspiels Deutschland gegen England zogen Starkregen, Blitz und Donner über die Stadt, wie ein Polizeisprecher sagte. Es gab Sturzbäche, verschlammte Straßen, weggeschwemmte Autos, ausgespülte Gullydeckel, umgestürzte Bäume, vollgelaufene Keller, beschädigte Stromkästen und Öltanks, wie der Lagedienst der integrierten Leitstelle Landshut, Mirko Olzem, die Situation beschrieb. Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen aber niemand. „Das war ein Unwetter, wie es nur alle fünf bis zehn Jahre vorkommt“, ergänzte er.

Große Wassermassen seien innerhalb kürzester Zeit über der Stadt niedergegangen. Zwischen 17.30 Uhr und 20.45 sind Feuerwehr und Rettungsdienst nach Angaben der Leitstelle zu knapp 650 Einsätzen ausgerückt. Das sei deutlich über dem Durchschnitt gewesen. Bei der Polizei kamen etwa 20 Einsätze hinzu.

Am Morgen nach dem schweren Unwetter haben die Aufräumarbeiten begonnen. Viele Straßen waren am Mittwochmorgen verschlammt, die Straßenreinigung musste Dreck entfernen, wie die Polizei mitteilte. Man gehe aber davon aus, dass der Großteil der Arbeiten im Laufe des Vormittags abgeschlossen werde. Länger dürfe derweil das Auspumpen zahlreicher Keller dauern, die durch Starkregen und Überschwemmungen vollgelaufen seien.

Der Deutsche Wetterdienst hatte zuvor erklärt, von Südwesten her zögen bis in die Nacht auf Mittwoch weitere Unwetter über die Südhälfte des Freistaats. Im Alpenvorland drohten Hagelschauer mit Körnern bis zu fünf Zentimeter Durchmesser und Orkanböen bis zu 120 Stundenkilometer. In der Nacht zum Mittwoch würden die Gewitter langsam nach Nordosten abziehen, sagten die Meteorologen voraus. (APA/dpa)


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