Falsche Freunde gedeckt: Prozess um Einbruch am Landesgericht

Nach einem Einbruch will eine Angeklagte für ein Pärchen falsch ausgesagt haben. Knapp vor dem Urteil revidierte sie aber alles.

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(Symbolfoto)
© TT/Thomas Böhm

Innsbruck – Eine junge Tirolerin hatte sich im April von falschen Freunden mutmaßlich so weit beeinflussen lassen, dass sie ihre Freiheit aufs Spiel gesetzt hatte – zumindest bis kurz vor Ende ihres Strafprozesses am Landesgericht. Bis zu fünf Jahre Haft hatten für angeklagten Einbruchsdiebstahl gedroht.

Laut Anklage und Angeklagter hatte sich die Frau mit einem befreundeten Paar – für alle gilt die Unschuldsvermutung – getroffen –, auch um Kokain zu konsumieren. Als der Stoff alle war, soll die befreundete Unternehmertochter vorgeschlagen haben, wie schon so oft, aus der Kassa ihres Vaters etwas zu „leihen“. Auch an diesem Abend stieg das Töchterchen über ein Fenster ein und nahm 874 Euro an sich. Für die Versicherung der nunmehr siebte Einbruch – wegen mangelnder Sicherheit des Fensters wurde die Schadensdeckung nun verweigert.

Pech für die Tochter: Die Lebensgefährtin des Vaters hatte diesmal sofort Anzeige erstattet, aufgrund Begehung im Familienkreis wurde die Tochter aber strafrechtlich nicht verfolgt. Dafür die Freundin, die beim Einbruch dabei gewesen sein sollte. Nachdem diese vor Richter Norbert Hofer nämlich den Einbruch detailreich erklärt hatte und sie Richter Hofer ebenso detailreich über die Folgen der Tat informiert hatte, begann die Angeklagte zu kippen. Der Richter: „Wenn Sie mir noch etwas zu sagen haben, sagen Sie es jetzt!“ „Was steht denn auf Falschaussage und Begünstigung?“, darauf die Angeklagte. Diese will gegen das Versprechen, dass man ihr Anwalt und Strafe zahle, nämlich die Einbruchsbeteiligung auf sich genommen haben, die eigentlich der Bursche zu verantworten hätte. Dieser sollte jedoch wegen Vorstrafen aus dem Spiel bleiben. Geld für den Anwalt floss jedoch nicht. Dafür sonnte sich das Pärchen während des Prozesses in Italien und schrieb der Freundin, sie sollte doch gleich das Urteil mitteilen. „Es chillts in Italien und ich fasse alles alleine aus?“, antwortete darauf die einst so Naive. Ihr Glück: „Der nun erst einmal als Zeuge geladene Bursche hat über dessen Chatantworten die Mittäterschaft praktisch eingeräumt (wirst mich wohl jetzt nicht verwamsen?). Die Prozessfortsetzung wird in Kürze spannend werden.

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