Immer höhere Temperaturen: Tirols Wälder brennen öfter

Mit 1,1 Millionen Euro wird die Ausrüstung zur Waldbrandbekämpfung verbessert.

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Feuerwehrmänner üben das Ausheben von Glutnestern.
© LFV/Wegscheider

Innsbruck – Immer längere Trockenperioden, immer höhere Temperaturen: Der Klimawandel befeuert in Tirol die Waldbrandgefahr. Besonders deutlich zeigt das eine Karte des Landwirtschaftsministeriums, die sämtliche Waldbrände der vergangenen 20 Jahre in Österreich berücksichtigt. „Aus dieser Karte geht hervor, dass mit Ausnahme des Außerferns alle Tiroler Bezirke ein mittleres bis sehr hohes Waldbrandrisiko aufweisen“, sagt LHStv. Josef Geisler. Besonders gefährdet sind die Bezirke Lienz, Schwaz, Innsbruck-Land und Imst.

Wie groß die Herausforderung für die heimischen Feuerwehren ist, belegt auch die Statistik. 200-mal wurden die Einsatzkräfte seit Anfang Jänner wegen Wald- und Wiesenbränden alarmiert, allein im Juni gingen 100 Alarmierungen ein. „In 72 Fällen handelte es sich tatsächlich um Brände“, weiß Landesfeuerwehrkommandant Peter Hölzl. Er erinnert auch daran, wie aufwändig derartige Löscharbeiten sein können: Beim Waldbrand am Hochmahdkopf in Absam standen 2014 über 1000 Feuerwehrmänner vier Tage lang im Einsatz.

Umso willkommener sind jetzt die 1,1 Millionen Euro, die den Tiroler Feuerwehren aus dem Waldfonds des Bundes für die Waldbrandbekämpfung zur Verfügung stehen. „Durch diese Mittel ist es möglich, die Ausrüstung nochmals zu erweitern“, erklärt Geisler.

Am Planötzenhof wurde die neue Ausrüstung präsentiert.
© LFV/Wegscheider

Die 1,1 Millionen werden vorwiegend in „Transportgefäße für Hubschrauber, Behälter für die Wasserversorgung, Löschrucksäcke und Spezialwerkzeuge investiert“, sagt Landesfeuerwehr-Inspektor Alfons Gruber, der am Beschaffungsplan maßgeblich mitgewirkt hat. Damit soll gewährleistet werden, dass in den Risikogebieten flächendeckend die entsprechende Ausrüstung stationiert ist. Das Thema Waldbrand spielt aber auch bei der Ausbildung der Einsatzkräfte eine große Rolle. Bei speziellen Lehrgängen liegt das Augenmerk vor allem auf der Waldbrandbekämpfung am Boden. „Die ist kräfteraubend, anstrengend und gefährlich“, so Hölzl.

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Insgesamt ist die Anzahl der Feuerwehreinsätze im Pandemiejahr 2020 leicht zurückgegangen. Die Anzahl der Mitglieder bei den Feuerwehren blieb allerdings konstant, etwa zwei bis drei Prozent sind Feuerwehr-Frauen. Besonders erfreulich sei der spürbare Zuwachs bei den Jugendgruppen, sagt Hölzl. In diesem Bereich sei der weibliche Anteil relativ hoch. (tom)


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