Tiroler Landwirt erneut wegen Tierquälerei vor dem Gericht

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In einem Tiroler Stall sollen Tiere Qualen erlitten haben.
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Ein Tiroler Landwirt ist mittlerweile sowohl bei den örtlich zuständigen Amtstierärzten als auch bei der Strafgerichtsbarkeit bekannt. Erst vor einiger Zeit erging über den Kuhbauern eine Diversion (ohne Vorstrafe) über 3000 Euro, nachdem ein angefahrenes Tier hatte leiden müssen. Gestern ging es dann wegen angeklagter Tierquälerei in drei Fällen erneut ans Landesgericht.

Amtstierärzte schilderten vor Richterin Helga Moser ihre Wahrnehmungen zu Kontrollen auf dem Bauernhof. Dabei war ein hochgradig abgemagertes und bis zur Haut ausgetrocknetes Kalb mit massivem Durchfall aufgefallen, das nicht medizinisch versorgt worden war. Monate später stießen die Veterinäre des Landes am Hof auf ein Jungrind, das sich aufgrund einer chronisch eitrigen Entzündung eines Kniegelenks nur mehr auf drei Beinen fortbewegen konnte. Tage später war noch ein neugeborenes Kalb mit eitriger Nabelentzündung aufgefallen. Vor der Richterin war sich der Bauer keiner Schuld bewusst: „Ich habe für die Tiere alles getan, was zu tun war!“ Die Tierärzte legten als Zeugen jedoch dar, dass es sich zumindest bei den beiden erstgenannten Tieren um erkennbares Leiden gehandelt hatte, auf das nicht tierärztlich reagiert worden war.

Ein Veterinär: „Es sind ja nicht die ersten Vorfälle dort. Das erste Tier war hochgradig ausgetrocknet – hatte keinen Wasserhaushalt mehr. Auch beim Tier mit der Beinverletzung fehlte die Einsicht auf Erlösung – es musste umgehend euthanasiert werden.“ Dem Landwirt – für ihn gilt die Unschuldsvermutung – drohen bis zu zwei Jahre Haft. Es wurde auf August vertagt. (fell)

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