Geständnis in Drogenprozess ersparte etliche Haftjahre

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Für einen 39-jährigen Innsbrucker ging es gestern am Landesgericht genau genommen um sein restliches Leben. Siebenmal teils einschlägig vorbestraft, war er wegen Drogenhandels in großem Stil angeklagt. Laut Staatsanwalt Thomas Willam hatte der Restaurantfachmann nicht weniger als 9,3 Kilogramm Kokain und zwei Kilogramm Amphetamine von Hamburg nach Tirol geschmuggelt und mit seiner Lebensgefährtin hier sieben Kilogramm Suchtgift weitergegeben.

Staatsanwalt Willam: „Bei Überschreiten der 25-fachen Grenzmenge drohen in Österreich bis zu 15 Jahre Haft, Sie haben sie aber 360-fach überschritten. Aufgrund Ihrer Vorstrafen kommt daher das Instrument der Strafschärfung zu tragen – bei Ihnen beschränkt es der Gesetzgeber auf bis zu 20 Jahre Haft. Ihnen kann eigentlich nur noch ein vollumfassendes Geständnis helfen!“

Verteidiger Markus Abwerzger griff das Angebot der Wahrheitsfindung gerne auf und verkündete eine Verantwortung, welche weiterführend auch noch die Suchtgiftermittler interessieren könnte. Richter Georg Putz hörte RA Abwerzgers Ausführungen wohl – und schloss „zum Schutz der weiterführenden Ermittlungen“ die Öffentlichkeit vom Prozess aus.

Der 39-Jährige dürfte die Chance seines Lebens genützt und alle Karten auf den Tisch gelegt haben. Der Schöffensenat beließ es darauf bei (für diesen Fall) auffallend milden sechseinhalb Jahren Haft. Die ebenso süchtige Mithelferin kam mit 18 Monaten davon – beide schon rechtskräftig. Aufgeflogen war das Paar, da eine französische Ermittlungsrichterin einen Chatraum infiltrierte. Dies führte zu einem Großdealer nach Hamburg und nach Tirol.

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Haft wegen Handy-Betrug

Ein bereits Justizerfahrener musste sich gestern erneut am Landesgericht einfinden. Diesmal wollte er in 77 Versuchen Handyverträge erschleichen. Gedacht waren sie für einen Vorbestraften, der dem 22-Jährigen gegen „cleane“ Handys Schulden erlassen wollte. Da der Angeklagte aber teils auf eigene Adresse unter Falschnamen bestellte und die IP-Adressen zuordenbar waren, ergingen erneut 18 Monate Haft. (fell)


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