23 Jahre Leidenschaft und Energie in Naturpark Kaunergrat gesteckt

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Der ehemalige Fließer Bürgermeister Hans-Peter Bock (l.) legte die Führung des Naturparkvereins in die Hände von BM Alexander Jäger.
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Von Helmut Wenzel

Fließ – „Er ist das Gesicht des Naturparks Kaunergrat nach außen“, würdigte Kurt Kapeller, Leiter der Umweltabteilung beim Land Tirol, die Verdienste von Langzeitobmann Hans-Peter Bock. Mit ihm habe er die Weiterentwicklung der Kaunergrat-Region von Beginn an gemeinsam getragen. „Die Zusammenarbeit war hervorragend, das Land ist stolz auf diesen Naturpark.“

Bock, der den Fließer Bürgermeistersessel kürzlich an Alexander Jäger übergeben hatte, dankte am Mittwoch „für 23 Jahre, erfüllt von konstruktiver Zusammenarbeit mit zahlreichen Partnern in neuen Gemeinden und drei Tourismusverbänden“. Auch die Behörden hätten konstruktiv agiert, „wenn es um Anliegen des Naturparkvereins gegangen ist“. Abgesehen von der Startphase, Ende der 1990er-Jahre, „die etwas holprig war“, hätten alle an einem Strang gezogen, um konstruktive Lösungen gerungen und damit am gemeinsamen Erfolg mitgewirkt.

Im April 1997 gab es tatsächlich eine Unterschriftenaktion von besorgten Bauern rund um den Piller. Sie befürchteten Einschränkungen bei der Bewirtschaftung ihrer Wälder und Bergwiesen. „Wenn unser Gebiet touristisch noch intensiver genutzt wird, ersticken wir im Verkehr“, hieß es in dem Begleitschreiben an den damaligen Nationalratsabgeordneten Walter Guggenberger.

Bock, 1998 frisch gekürter Bürgermeister, übernahm im selben Jahr die Vereinsführung. Mit „viel Überzeugungsarbeit“ sei es gelungen, mit den Entscheidungsträgern rund um den Kaunergrat den ersten Naturpark Tirols aus der Taufe zu heben. Damals sei es auch um „Haarspaltereien“ gegangen, etwa ob der Naturpark „Pitztal-Kaunertal“ heißen soll oder „Kaunertal-Pitztal“. „In Summe waren es 23 Jahre Arbeit, die mich mit Freude erfüllt haben.“ Dem „tollen Team“ mit Geschäftsführer Ernst Partl könne er nur danken.

Laut Statut musste in der Vollversammlung im Naturparkhaus ein Bürgermeister aus den Reihen der Kaunergrat-Gemeinden gewählt werden. Nach Vorgesprächen mit dem neuen Fließer Bürgermeister, Alexander Jäger, war die Sache rasch erledigt: Jäger erhielt das einstimmige Vertrauen der Wahlberechtigten. „Nach reiflicher Überlegung habe ich eine spannende Herausforderung gesehen, die ich gerne übernehme.“ Die „tolle Landschaft, in der wir leben dürfen“, brauche weiterhin den Einsatz eines engagierten Teams, so der frisch gekürte Obmann.

Dem scheidenden Obmann dankte die Versammlung – auf spontanen Antrag des Kaunertaler Bürgermeisters Pepi Raich – mit der Ernennung zum Ehrenobmann.

Rückblick und Ausblick auf kommende Aktivitäten des Teams gab Geschäftsführer Partl: „Corona hat auch uns betroffen, 2020 mussten wir einige Einschränkungen in Kauf nehmen, vor allem im Bereich Umweltbildung.“ Nur 227 Kinder aus 16 Klassen hätten an den Schulveranstaltungen teilgenommen, ein kräftiges Minus gegenüber den Jahren zuvor. „Heuer sieht der Trend schon viel besser aus“, so Partl. Geplante Studentenkurse habe man absagen müssen.

Für dieses Jahr stehen wieder mehrere Förderprojekte auf dem Kalender – etwa das Projekt „Biodiversität in den Tiroler Naturparken“ in Zusammenarbeit mit dem Partner Naturpark Zillertaler Alpen. Auch das mit rund 321.000 Euro geförderte Projekt „Schutzgebietsmanagement im Naturpark Kaunergrat 2021 bis 2023“ befindet sich in Vorbereitung.


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