1700 Lehrlinge fehlen: Tirols Wirtschaft startet Offensive

„Träum weiter“: Eine neue Werbekampagne soll Lust auf Lehre machen. Den aktuell 2240 offenen Lehrstellen stünden nur 528 Lehrstellensuchende gegenüber.

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Lehrlingskoordinator David Narr (v. l.), Handels-Obmann Dieter Unterberger, WK-Präsident Christoph Walser und Gewerbe-Obmann Franz Jirka präsentieren die neue Lehrlingskampagne #träumweiter.
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Innsbruck – Tirols Wirtschaft gebe, beflügelt durch weitere Öffnungsschritte, nach der Corona-Krise wieder Gas. „Und sofort zeigt sich wieder der akute Fachkräfte- und auch Lehrlingsmangel“, sagt Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Walser. Den aktuell 2240 offenen Lehrstellen stünden nur 528 Lehrstellensuchende gegenüber, das bedeute eine Lücke von fast 1700. Neben demografischen Gründen (geburtenschwache Jahrgänge) gebe es heuer weniger Schulabbrecher, weil laut Walser offenbar teils auch milder benotet wurde. Mit Ende Mai waren in Tirol 9947 Lehrlinge in Ausbildung. Mehr als 160 Lehrberufe werden im Land ausgebildet.

Um verstärkt Junge für einen der vielen Lehrberufe zu begeistern, startet die Kammer jetzt eine neue große Lehrlings-Kampagne unter dem Motto „Träum weiter“. Es gehe darum, Träume fürs Leben und den Beruf zu haben und mit Mut und Herzblut bis hin zur Selbstständigkeit auch zu verwirklichen, sagen Lehrlings-Koordinator David Narr, Gewerbe-Obmann Franz Jirka und Handelsobmann Dieter Unterberger. „Wer heute in eine Lehre geht, bekommt nicht nur eine Super-Ausbildung, ihm und ihr stehen dann auch alle Türen offen.“ Die Sujets und vorerst sieben Filme sollen über verschiedene Kanäle bis hin zu sozialen Netzwerken gespielt werden.

Tirol habe eine extrem gute Lehrausbildung, was sich in verschiedenen internationalen Wettbewerben zeige. 197 Betriebe (bilden 30 Prozent aller Lehrlinge aus) wurden dafür auch ausgezeichnet. Es gebe Berufs-Festivals, Berufs-Safaris und das virtuelle Kennenlernen von Berufen über VR-Brillen. In verschiedenen Bereichen (etwa Sportartikel- oder Lebensmittelhandel) werde ein Teil der Ausbildung blockweise in Kompetenzzentren konzentriert.

Neben interessanten Aufgaben und Zukunftschancen sei auch die Bezahlung wichtig. „Um im Jugend-Jargon zu bleiben: Die Kohle muss passen“, betont Walser. Die Jugendlichen hätten im Gegensatz zu Schülern schon während der Lehre eine gute Bezahlung, und auch dann werde praktisch überall mehr als der Kollektivvertrag gezahlt. (va)

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