Renaults Elektro-Offensive nimmt Gestalt an: Zehn neue Autos angekündigt

Bis 2025 wollen die Franzosen zehn neue vollelektrische Fahrzeuge auf den Markt bringen.

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Perspektive: Zehn neue Elektrofahrzeuge werden von Renault bis 2025 auf den Markt kommen.
© Renault

Paris – Bei Seat hat Luca de Meo einiges vollbracht. Unter seiner Führung fand die VW-Tochter zurück zu neuem Selbstbewusstsein dank frischer Modellpalette, nie gekannter Profitabilität und intensiven Marketings. Diese Stärken will de Meo nun bei Renault anwenden, dem angeschlagenen französischen Autohersteller, der mit seiner Modellpalette und seiner nicht zufriedenstellenden Bilanz ringt.

De Meo setzt auf Präsentationen – und vor allem auf Elektromobilität. Bei der jüngsten Präsentation unter der Bezeichnung „eWays“ bekannte sich der Vorstandsvorsitzende zu einer beschleunigten Einführung von neuen Modellen. Nicht weniger als zehn verschiedene E-Autos sollen innerhalb der nächsten vier Jahre auf den Markt kommen, darunter auch eine E-Variante des Mégane und eine Wiedergeburt des Renault 5. Sogar eine vollelektrische Alpine, ein Sportwagen, ist vorgesehen, und zwar im Jahr 2024.

Luca de Meo beabsichtigt, Renault innerhalb weniger Jahre in einen umfassenden Elektroauto-Anbieter zu verwandeln.
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Wenn de Meo und seine Mitarbeiter bis 2025 ihr Ziel verwirklicht haben sollten, dann könnte sich das bewahrheiten, was der Renault-Chef in Aussicht stellt: dass die Rhombusmarke in Europa die „nachhaltigste Modellpalette“ anbieten werde – mit einem E-Anteil von über 65 Prozent. Und es geht noch weiter: Bis 2030 „sollen bis zu 90 Prozent der verkauften Renault-Modelle über einen vollelektrischen Antrieb“ verfügen, wie es von Seiten des Herstellers verlautbart wird.

Ein als wichtig erachteter Baustein bei der Umsetzung der Elektromobilitäts-Strategie ist die Errichtung einer „E-Powertrain Megafactory“ im französischen Douai. Dies erfolge im Rahmen einer Kooperation mit Envision AESC. Für Renault geht es überdies um die Erzeugung von „innovativen Hochleistungsbatterien“ – hierfür gibt es eine Zusammenarbeit mit dem französischen Start-up-Unternehmen Verkor. Die Akkus werden demnach nicht nur leistungsfähiger, sondern auch günstiger in der Herstellung. Bis zu 60 Prozent Kostenreduktion erwartet sich Renault durch die Standardisierung der Zellarchitektur. Dabei geht es um die Konstruktion von NMC-Batterien (Nickel, Mangan und Cobalt), die laut Unternehmen bis zu 20 Prozent mehr Reichweite als andere Batterielösungen bei wettbewerbsfähigen Kosten und ein leichteres Recycling versprechen.

Darüber hinaus könnte durch die Entwicklung eines neuen E-Antriebsstrangs eine Kostenreduktion von 30 Prozent erzielt werden. Hier ist Renault bereits jetzt schon stolz auf den selbst erzeugten E-Motor, der ohne seltene Erde auskommt, da keine Dauermagnete verwendet werden. (hösch)


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