Flüchtiges Pärchen nicht mehr bezüglich Einbruch gedeckt

Bedingte Haftstrafe für Naive – Amtsanmaßung kam Rentner teuer.

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Insgesamt siebenmal war eine junge Tirolerin nun schon im Geschäft des Vaters eingebrochen – auch zum Drogenerwerb.
© dpa/Ditfurth

Ein junges Pärchen kristallisierte sich für eine junge Tirolerin – nicht nur wegen Drogenkonsums – als die falschen Freunde heraus. Soll die befreundete Unternehmertochter mit ihrem Freund – für alle gilt die Unschuldsvermutung – beim Vater doch insgesamt siebenmal über ein Fenster ins Geschäft eingestiegen sein, um die Kasse zu leeren. Beim letzten Einbruch im April hatte sie die Tirolerin dann gebeten, ihren Freund doch aufgrund seiner Vorstrafen zu decken und den Einbruch auf sich zu nehmen. Dafür zahle sie ihr ja den Verteidiger und die nachfolgende Strafe – die TT berichtete. Als Richter Norbert Hofer der nun wegen Einbruchs Angeklagten darauf am Landesgericht erklärte, dass für ihre eher unstimmige Tat fünf Jahre Haft drohen würden, kippte die Frau im letzten Moment und machte reinen Tisch in Richtung der Begünstigung des Vorbestraften. Gestern sollte das Pärchen zur Zeugenaussage zum Prozess erscheinen, die beiden sind derzeit nach letzten Informationen des Gerichts aber in Italien untergetaucht. Die Version der einst so Naiven war aber auch ohne das Paar glaubhaft. Hatte der Vorbestrafte in einem Chat der Angeklagten doch geschrieben, ihn nun doch nicht zu „verwamsen“. Dazu zeigen Videoaufnahmen zur Tatzeit im Geschäft einen Mann und eine Frau. „Für jemanden einen Einbruch auf sich zu nehmen, ist doch wirklich das Allerdümmste. Alle Fakten sprechen aber in Richtung einer Begünstigung für sie“, so Richter Hofer. Er verbaute der jungen Frau die Zukunft übrigens nicht – und verhängte rechtskräftig drei Monate Haft. Drei Jahre darf nun nichts mehr vorkommen. Für das Pärchen geht die Geschichte aber weiter.


Etwas zu vorschnell wollte eine Innsbruckerin die vermietete Wohnung ihrer gerade verstorbenen Mutter übernehmen. Dazu begab sie sich mit ihrem 77-jährigen Partner zum Mieter der Mutter und verlangte Einlass. Dies gewährte er einmal. Als es allerdings an einem Sonntag wieder läutete, verbat sich der Mieter weitere Störungen. Erneut gab sich der 77-Jährige als Polizist aus und zeigte seine IPA-Marke vor. Polizist war er allerdings nie, auch wenn er 40 Jahre exekutivnah im Staatsdienst gearbeitet hatte. „Das wäre ja Amtsanmaßung!“ verneinte der Rentner das Vorzeigen der Marke. „Richtig!“, darauf Richterin Helga Moser. Nachdem der falsche Polizist auch noch drohte, „die Kavallerie zu rufen“, falls man ihn nicht einlasse, verschaffte er sich mit Gewalt Zutritt zur Wohnung. Und wusste gar nicht, auf was er sich da einlässt. Der 44-jährige Mieter: „Mir hat die Hand gezittert. Ich habe mich aber beherrscht. Haft macht hart. Zwei Jahre haben mir gereicht. Wäre er nicht so alt gewesen, hätte ich aber wohl so richtig ausgeholt. Ich hab’ halt Respekt vor dem Alter, Frau Rat!“ Während die Erbin letztlich freigesprochen wurde, fiel die Rechnung für die Amtsanmaßung saftig aus: Zur Hälfte bedingte 12.000 Euro Geldstrafe ergingen nicht rechtskräftig. (fell)

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