Wolf in Tirol: Abschuss bleibt „letztes Mittel"

Die EU-Naturschutzrichtlinie (FFH) gibt beim Wolf weiter den rechtlichen Rahmen vor.

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Bis ein so genanntes auffälliges Tier geschossen werden darf, müssen nach wie vor eine Reihe von Voraussetzungen erfüllt sein.
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Innsbruck – Der Weg zu einer Entnahme von so genannten auffälligen Wölfen und Bären war bisher juristisch ein weiter – und wird es auch künftig bleiben, betont der grüne Landwirtschaftssprecher LA Georg Kaltschmid. Wie berichtet, hatte sich die schwarz-grüne Landesregierung auf die Ernennung eines weisungsfreien und unabhängigen „Kuratoriums Wolf/Bär/Luchs“ geeinigt, das bei Bedarf über das weitere Vorgehen bei auffälligen Tieren entscheidet.

„Die Entnahme ist und bleibt das letzte Mittel. Daran führt juristisch kein Weg vorbei“, erklärt Kaltschmid und skizziert das künftige Vorgehen. Im ersten Schritt ist vorgesehen, dass ein Riss durch den Amtstierarzt begutachtet wird. Ergeben sich Hinweise auf einen Wolf oder Bären und ist es in diesem Gebiet bereits vermehrt zu Rissen gekommen, kann der Amtstierarzt sich an das Kuratorium wenden. Im zweiten Schritt prüft dann das Kuratorium auf Basis sämtlicher Informationen, ob die Risse auf ein bestimmtes Tier zurückzuführen sind und ob es sich dahingehend um ein auffälliges Verhalten handelt. „Auf Basis dieser Erhebungen kann das Kuratorium daraufhin eine Empfehlung aussprechen, welche Maßnahmen gesetzt werden sollen. In Frage kommen eine Besenderung, Vergrämung und als letzte Möglichkeit die Entnahme des Tieres, abhängig von der Auffälligkeit, die das Tier an den Tag legt“, erklärt Kaltschmid die dritte Stufe. Ebenfalls könne das Kuratorium feststellen, ob Herdenschutzmaßnahmen durchgeführt worden sind. In Schritt vier dient die vom Kuratorium ausgearbeitete Empfehlung in weiterer Folge als bindende Grundlage für rechtliche Maßnahmen seitens der Landesregierung durch Verordnung und Bescheid. Schritt fünf: Gegen den Bescheid stehen Rechtsmittel zur Verfügung – etwa durch anerkannte Umweltorganisationen. Wird der Beschwerde stattgegeben, könne keine Entnahme durchgeführt werden. „Die gelinderen Mittel der FFH-Richtlinie sind also weiterhin vollumfänglich der rechtliche Rahmen, in dem wir uns bewegen“, sagt LA Kaltschmid.

In einer gemeinsamen Aussendung begrüßen Österreichs Bauernbund-Präsident Georg Strasser, Bauernbund-Direktor Norbert Totschnig und Simone Schmiedtbauer, VP-Agrarsprecherin im Europaparlament, den nun in Tirol eingeschlagenen Weg. Sie pochen auf eine rasche Entnahme von Wölfen bei Schäden und wiederkehrenden Angriffen. (TT, np)

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