Therapiezentren in Gefahr: Opposition schließt Reihen für die Kinder

Gemeinsamer Dringlichkeitsantrag im Landtag soll gefährdete Therapiezentren retten. Fischer in Kritik.

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Die vier oppositionellen Landtagsparteien wollen gemeinsam der „Eule“ und ihren Therapiezentren für Kinder den Fahrstuhl ins Aus ersparen.
© Böhm

Innsbruck – Grün sind sich die Oppositionsparteien SPÖ, FPÖ, Liste Fritz und NEOS wahrlich nicht immer. Gestern schon. Doch anstatt der Farbe Grün sehen sie rot. Und so war es mehr als nur die Rote Karte, die man der Soziallandesrätin Gabriele Fischer (Grüne) zeigte. Vielmehr war es gestern in einer Pressekonferenz eine Art Generalabrechnung mit Fischers kritisierter Art der Sozialpolitik anhand des Falls der Tiroler Kinder-Therapiezentren „Eule“ (acht Standorte) sowie des „for KIDS“ (in Kitzbühel).

Mit einem gemeinsamen Dringlichkeitsantrag für die Landtagssitzung in der kommenden Woche will die Opposition nämlich das Aus dieser Einrichtungen doch noch abwenden. Und zwar über eine kostendeckende Erhöhung der Tarife – basierend auf einer gemeinsamen Lösung mit der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK). Es geht um rund 1300 Kinder mit speziellem Förderbedarf.

Wie berichtet, wurde die Eule großteils vom Land finanziert und erhielt pro Jahr 1,5 Mio. Euro. Dennoch gab es massive Abgänge. Trotz Nachbesserungsvorschlägen sah sich aber die Lebenshilfe als Trägerverein nicht mehr imstande, die Eule abzusichern. Fischer stellte deshalb ein Konzept auf, das mit einer Netzwerkstruktur den Bedarf dezentral und mobil ab Herbst absichern sollte. Die Verhandlungen liefen im Hintergrund weiter.

Fischer lasse die Einrichtungen „sehenden Auges an die Wand fahren“, ärgerte sich LA Claudia Hagsteiner (SP): „Das ist keine Sozialpolitik, sondern die Aufkündigung des Generationenvertrags.“ Wer „jeden Monat zehn Millionen Euro für Corona-Tests von symptomlosen Personen“ ausgebe, dürfe derartige Therapiezentren nicht des Geldes wegen „am schwarz-grünen Faden“ hängen lassen, rechnete LA Patrick Haslwanter (FP) vor.

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Das von Fischer vorgelegte Konzept werde nicht aufgehen, ist sich LA Markus Sint (Liste Fritz) sicher – fuße es doch darauf, die angestellten Therapeuten in eine ungewollte berufliche Selbstständigkeit zu drängen. NEOS-Landesobmann Dominik Oberhofer schrieb Fischer ganz generell den Titel einer „Sozial-Landesfürstin“ zu, die derart auch Steuergeld verteile – oder eben nicht .

Fischer zeigte sich zuletzt nach wie vor davon überzeugt, dass ihr Konzept im Sinne der Kinder und Familien funktionieren werde. (mami)


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