Fünf gerade gemacht: Ionic 5 von Hyundai im Test

Weil nur Elektrisch-Fahren nicht genug ist: Mit dem Ionic 5 denkt Hyundai das Thema automobile Zukunftsfitness rundum weiter.

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Vorbildliches Designstück: Mit dem 5 startet Ionic das Eigenleben als weiter gedachter Nachhaltigkeit verschriebene Submarke.
© Hyundai

Von Stefan Pabeschitz

Valencia – Endlich kommt Nachhaltigkeit wieder einmal zu richtigen Ehren, anstatt nur als leere PR-Hülse herhalten zu müssen. Mit seinem neuen Design-Hingucker Ionic will Hyundai zeigen, dass für eine gute Zukunft mehr aufgefahren werden muss als nur lokal emissionsfreies Fahren. Ansatzweise hat sich schon die bisherige Ionic-Baureihe an ökologischen Materialien versucht, der neue 5 geht die Sache aber deutlich ernsthafter an. Sein Innenraum strotzt geradezu vor Nachhaltigkeit: recyceltes Plastik, Biomaterialien, etwa aus Zuckerrohr, Schafswolle, vereinzelt pergamentähnliche Flächen, Farbbestandteile aus Raps-, Mais- und Sojaöl. Selbst das optionale Leder wird biologisch mit Flachssamenextrakt gegerbt. Die Fußmatten bestehen aus recycelten Fischnetzen, die eine von den Koreanern unterstützte Umweltschutzorganisation aus den Meeren holt.

Die inneren Werte rechtfertigen auch die Revolution beim Außendesign: Vertraut sind nur die Proportionen des mit 4,65 Metern recht ausgewachsenen fünftürigen Kompakten, darüber zieht sich aber pures, glattes Design ohne Schnörkel. Unnötige Bruchlinien werden vermieden, Chrom kommt gar nicht mehr vor. Auch bei den Leuchten geht der Ionic 5 neue Wege: Der Hinterglas-Pixel-Look sieht aus wie frisch von einem Showcar übernommen oder von einem 80er-Jahre-Computerspiel inspiriert, verleiht dem Stromer jedoch eine kühle, aber sympathische Ästhetik. Drinnen hat man die ewige in Dunkelgrau bis Schwarz gehüllte Kampfjet-Atmosphäre ausgemustert. An ihre Stelle tritt ein helles, offenes Layout mit weißen rahmenlosen Digitaldisplays auf unaufgeregt angelegten wohnlichen Elementen. Die Gestaltungsfreude hat auch die Bildschirmgrafik nicht unberührt gelassen: Die wirkt zwar etwas esoterisch, macht sich damit aber auch nicht unnötig wichtig und passt somit sehr gut zum Gesamtcharakter. Die Mittelkonsole ist deutlich großzügiger angelegt als sonst üblich, bietet viel Ablagefläche und ist dazu sogar als Ganzes längs verschiebbar. Auf üppigen drei Metern Radstand hat sich ein offenes reisefreundliches Raumkonzept unterbringen lassen.

Der Ionic 5 rollt in zwei Heckantriebsvarianten zu 170 und 217 PS oder mit zwei angetriebenen Achsen mit insgesamt 235 oder 305 PS in die Schauräume. Die schwächeren Varianten sind mit einer 58-kWh-Batterie kombiniert, die stärkeren dürfen jeweils aus einem 73-kWh-Akku schöpfen. Damit sind WLTP-Reichweiten von 384 bis 460 Kilometern drin und dank einer maximierbaren Rekuperation auch in der Praxis erreichbar. Fahrdynamisch liegt der Ionic 5 im gehobenen Mittelfeld der Elektroliga: Inklusive der typisch stoischen Balance dank batteriebedingt tiefem Schwerpunkt, für die trotz um die zwei Tonnen Kampfgewicht unbestreitbare Agilität Leichtfüßigkeit zeichnet das überaus satte Drehmoment von bis zu 605 Newtonmeter verantwortlich.

Erfreulich ist, dass Hyundai es mit der Zukunftsbegeisterung nicht übertrieben hat: Im futuristischen Erscheinungsbild wurden alle gängigen Bedienfunktionen so belassen, dass jeder Umsteiger die gewohnte Funktionalität wiederfindet. Einzige Ausnahme ist der Automatik-Wählhebel, der jetzt ein Drehstock rechts unterhalb des Lenkrades ist – selbst der hält sich an die üblichen Bezeichnungen P-R-N-D.

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Die Preisliste eröffnet die hinterradgetriebene 58-kWh-Variante mit 170 PS für 45.990 Euro, sie schließt mit 59.990 Euro für die dual motorisierte Top-Variante mit 73 kWh und 305 PS.


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