Eines ist sicher: Der Cup-Sieger schreibt heute Geschichte

Der SC Schwaz peilt zum Vereinsjubiläum den Hattrick im Kerschdorfer Tirol-Cup an. Kitzbühel will indes erstmals den Pokal in die Höhe stemmen. Bei den Damen spielen der SVI und Wilten um den Titel.

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Kitzbühels Sebastian Gruber (l.) trifft heute wieder auf Michael Knoflach (Schwaz).
© Mühlanger

Von Thomas Mair

Wörgl – Die Corona-Pause mit all ihren Nachteilen hat der Tiroler Amateurfußball längst hinter sich gelassen. Mit dem heutigen Endspiel im Kerschdorfer Tirol-Cup zwischen dem SC Schwaz und dem FC Kitzbühel (18 Uhr) in Wörgl steht ein Leckerbissen am Unterhaus-Speiseplan.

Während die Silberstädter nach ihren Triumphen 2018 und 2019 – 2020 fiel wegen des Corona-Lockdowns aus – den Titel-Hattrick ausgerechnet zum 100-jährigen Bestehen des Vereins ergattern wollen, würde Regionalliga-Meister Kitzbühel erstmals in seiner Geschichte einen Cup-Triumph einfahren und sich gleichzeitig das Double sichern. „Über den ersten Titel der Vereinsgeschichte habe ich mir noch keine Gedanken gemacht, aber der Zweite ist bekanntlich der erste Verlierer“, meinte Kitzbühel-Trainer Bernhard Hanser nüchtern vor dem Abschlusstraining am Freitagabend.

Eine Meisterfeier hatte es bis dato noch keine gegeben, weil „ich mit Demut behaftet bin, speziell in Corona-Zeiten“. Für den 56-jährigen Übungsleiter hat der Meistertitel sowieso mehr Stellenwert, „weil er die Leistungen einer ganzen Saison ablichtet“. Dennoch ist seine Elf im Juni ohne Gegentor bis ins Finale gestürmt und darf sich der leichten Favoritenrolle sicher sein. „Wir haben Selbstvertrauen, aber bei einem Spiel kann alles passieren.“ Personell muss Hanser Kapitän Maxi Gruber (Urlaub) sowie Josef und Simon Viertler und wahrscheinlich auch Philipp Zehentmayr verletzungsbedingt vorgeben.

Bis auf Andreas Probst kann Schwaz-Coach Akif Güclü aus dem Vollen schöpfen. Seine Elf sei „im athletischen Bereich wirklich gut in Schuss“. Die zahlreichen Läufe auf Asphalt und die Einheiten per Videokonferenz im Corona-Lockdown scheinen gefruchtet zu haben. Für den 39-jährigen Trainer wäre der Hattrick „ein einmaliges Erlebnis“. Für ihn gibt es in einem Cupfinale keinen Favoriten: „Es ist eine 50:50-Sache, die von der Tagesverfassung und vom Spielverlauf abhängt.“ Und der Faktor Fans könnte auch zum Tragen kommen, denn Wörgl rechnet mit bis zu 1000 Zuschauern – einem Fußballfest steht nichts mehr im Wege.

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⚽ Wilten spekuliert mit Überraschung

Außenseiter? „Diese Rolle nehme ich gerne an“, lacht Urban Steiner, Trainer der Wilten-Damen, vor dem heutigen Cup-Finale gegen den SVI (15.30 Uhr, Wörgl). „Aber mit unserem Kader können wir sie durchaus ärgern.“ Denn seit man im Herbst 0:9 gegen die Stadtrivalinnen verloren hatte, änderte sich so einiges: Mit Jessica De Zordo sowie der ehemaligen deutschen Oberliga-Spielerin Jessica Gross hat sich Wilten stark verstärkt. Beim Gegner gab es indes einen Aderlass personeller Natur, schließlich beendeten Romina Suppersberger, Magdalena Bachler-Nagele und vor allem Torgarantie Nathalie Gasser allesamt ihre Karriere. „Es fängt alles wieder bei null an“, weiß SVI-Trainer Harald Lener. „Ich hoffe, es klappt mit dem Sieg, das hätten sich die Mädels verdient.“ (t.w.)


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