Beutelmeise im Alpenzoo: Ein kleiner Vogel ist ein großer Baumeister

Im Alpenzoo kannst du ein Pärchen Beutelmeisen bei genauem Hinsehen entdecken. Der kleine Singvogel wiegt gerade mal 20 Gramm.

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Für den Bau des Nestes ist das Männchen zuständig, das Weibchen für die Innenausstattung.
© C. Böhm

Betrachtet einmal das Nest dieses Singvogels, es ist ein kleines Meisterwerk. Die Beutelmeise wird gerade mal zwölf Zentimeter groß und 20 Gramm schwer, ist aber ein richtig guter Baumeister. „Ihr Nest ist ein geschlossener, dickwandiger Beutel – daher der Name Beutelmeise. Er wird zum Schutz vor Feinden – wie Füchse und Raubvögel – an den äußersten Zweigen von Weiden und Pappeln bis zwei Meter über dem Boden hängend angefertigt“, erklärt Eva Oberauer vom Alpenzoo.

Gebaut wird das Nest hauptsächlich vom Männchen. Das Weibchen schafft laut Eva Nistmaterial (Samenhaare von Pappeln und Weiden sowie Tierhaare und Bastfasern von Waldrebe, Brennnesseln, wildem Hopfen und Schilf) herbei und ist für die Innenausstattung zuständig. „Der Fertigbau des Nestes benötigt ca. zwei bis zweieinhalb Wochen“, sagt Eva.

🎥 Beutelmeise im Alpenzoo (Video: C. Böhm)

Bei den Beutelmeisen im Alpenzoo kann man solch ein Bauwerk gerade bewundern! Es befindet sich im linken Teil der Voliere, die mit Lehmwand, Wasserbecken und Schilfhalmen ausgestattet ist. „In der Voliere kannst du zudem Flussregenpfeifer, Bachstelzen, Wachtelkönig und Mönchsgrasmücken sehen“, so Eva. Eingezogen in ihr Heim ist das neue Pärchen Beutelmeisen übrigens im Jänner 2020. „Man muss ein bisschen genauer schauen, um die flinken Vögel mit ihren rostbraunen Rücken zu entdecken“, rät Eva.

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Der Anteil an Tierhaaren ist im Zoo etwas höher als bei einem Nest in der freien Natur. Der Grund dafür ist ganz einfach: Im Alpenzoo sind Tierhaare leicht verfügbar und man hat den Beutelmeisen daher neben Bast, Rohbaumwolle und Fasern vom Wilden Wein auch Steinbockwolle, Wisentwolle, feine Hundehaare und Kaninchenfell angeboten. Unsere Beutelmeisen haben sehr eifrig am Nest gebaut, doch leider sind sie an einer Brut weniger interessiert“, sagt Eva.

🎥 Beutelmeise im Alpenzoo (Video F. Schmidt)

Beutelmeisen sind mittlerweile recht selten geworden. „Das liegt daran, dass sie vor allem Wälder entlang naturnaher, nicht begradigter und unverbauter Flüsse bewohnen, die auch häufig unter Wasser stehen bzw. kleine Tümpel und Teiche aufweisen“, weiß Eva. Man nennt solche Wälder Auwälder. Dort wachsen neben Schilf vor allem auch Weiden und Pappeln, die den Beutelmeisen das Nistmaterial liefern. Leider sind Auwälder kaum noch anzutreffen, und somit auch die Beutelmeisen nicht. (wa)


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