Der „Serientäter“ schlug wieder zu: Schwaz holt sich gegen Kitzbühel Titel

Gnadenlos effizient, aber auch glücklich: Durch einen 3:0-Sieg gegen Kitzbühel im Finale des Kerschdorfer Tirol-Cups krallte sich der SC Schwaz vor 800 Zuschauern in Wörgl den Titel. Zum dritten Mal in Folge. Bei den Damen setzte sich der SVI im Derby gegen Wilten souverän durch.

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Zum dritten Mal in Serie heißt der TFV-Cup-Sieger SC Schwaz.
© Rudy De Moor

Von Daniel Lenninger

Wörgl – Das EM-Finale findet erst am kommenden Sonntag statt. Schon am gestrigen Sonntag war aber Endspiel-Flair im Sportzentrum Wörgl spür- und fast greifbar. Mit einem Sieger, den man schon aus den Jahren 2018 und 2019 kennt. Der SC Schwaz setzte sich im Finale des Kerschdorfer Tirol-Cups dank Toren von Maximilian Wurm (67.), Patrick Knoflach (81.) und Stephan Kuen (87.) mit 3:0 gegen Kitzbühel durch. Damit ist der Titel-Hattrick im prestigeträchtigen Wettbewerb vollendet, denn 2020 wurde aufgrund des Coronavirus kein Gewinner ausgespielt.

Aber von Anfang an: Vor den Augen von Akademie-Leiter Roland Kirchler und Neo-Akademie-Trainer Thomas Grumser stellte sich Kitzbühels Philipp Zehentmayr mit zwei Distanzschüssen erstmals beim bärenstarken Schwaz-Goalie Lukas Wackerle vor. Ansonsten prägten bei regnerischen Bedingungen Mittelfeldgeplänkel und rassige Zweikämpfe das Geschehen. Einer davon sorgte früh für die verletzungsbedingte Auswechslung von Schwaz-Routinier Harald Cihak. Die Umstellungen brachten die Silberstädter mit Abwehrchef Hannes Kinzner, der am Samstag seiner Julia das Jawort gegeben hatte, aber nicht ins Wanken.

Die großen Strafraumszenen blieben den Zuschauern vor der Pause weitgehend noch vorenthalten. Ausnahmen bestätigen aber die Regel: Ein Kopfball von Andreas Wörndl, der übrigens beim SV Hall unter dem aktuellen Schwaz-Coach Akif Güclü auf Torjagd gegangen war, wurde gerade noch abgeblockt. Die darauffolgende Ecke verlängerte Raul Baur gefährlich, der Ball kullerte aber am Tor vorbei.

Kitzbühel im Umgang mit Großchancen „fahrlässig“

Gleich nach dem Seitenwechsel hatte Kitzbühel-Flügel Maurice Entleitner die Führung am Fuß, der Ball rollte am linken Pfosten vorbei. Mittlerweile musste man den Gamsstädtern mehr Torgefahr attestieren. Auch weil Zehentmayr kurz darauf einen weiteren Sitzer ausließ.

Die zahlreichen Final-Erfahrungen lehrten die Schwazer aber, dass es in einem Endspiel nicht nur auf die Beine, sondern auch auf die Köpfe ankommt. Noch mehr bei einer ausbaufähigen Tagesverfassung wie der gestrigen. Der Kitzbüheler Umgang mit Abschlüssen fiel mit Fortdauer der zweiten Halbzeit in die Kategorie „fahrlässig“. Womit den Gamsstädtern das Unheil drohte, sich eine engagierte Leistung zunichtezumachen.

Die Damen des SVI ließen im Derby gegen Wilten nichts anbrennen.
© Rudy De Moor

Und dazu kam es dann auch: Ein Fehler im Spielaufbau schenkte dem Schwazer Michael Knoflach eine gefährliche Möglichkeit. Den folgenden Eckball nutzte Maximilian Wurm zur Führung. Sein Schuss aus dem Rückraum wurde unhaltbar für Kitzbühel-Goalie Nazar Penkovets abgefälscht.

Der Spielverlauf war damit auf den Kopf gestellt und die tonangebenden Kitzbüheler wurden langsam, aber sicher nervös. Mit dem 2:0 durch „Schlitzohr“ Patrick Knoflach aus spitzem Winkel fiel die Vorentscheidung. Und auch der Treffer zum Endstand durch Stephan Kuen stand stellvertretend für den Schwazer Auftritt: gnadenlos effizient.

SVI-Damen krönten das Jahr der Erfolge

Erst vor einer Woche hatte die Herren-Mannschaft des SVI das Aufstiegsticket für die Regionalliga gelöst. Am Sonntag setzte das Damen-Team der Saison des Innsbrucker Vereins die Krone auf. Der Tirol-Ligist entschied das Finale des Kerschdorfer Tirol-Cups gegen den SK Wilten souverän mit 4:0 (3:0) für sich.

Nach der Führung durch Sarah Kapeller (7.) avancierte Marika Rietzler zur Matchwinnerin. Die Angreiferin holte einen Foul-Elfmeter heraus – Anna Innerhuber verwandelte den Strafstoß souverän (36.). Fünf Minuten später belohnte sich Rietzler dann per Abstauber mit der Vorentscheidung.

Mit einem gehaltenen Elfmeter erntete Wilten-Torfrau Theresa-Michaela Falkner einen Szene-Applaus, über den sich auch Innerhuber nach dem sehenswerten Treffer zum Endstand freute.

„Wir sind zuletzt nach vielen Spielen am Zahnfleisch gegangen“, lobte auch SVI-Trainer Harald Lener das Durchhaltevermögen der Cup-Heldinnen. (dale)


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