New O’Lienz Jazztage: Kultur und Eisenbahn in Symbiose

Die New O’Lienz Jazztage beweisen seit Jahren, dass sich das ÖBB-Gelände in Lienz als Veranstaltungsort eignet.

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Die New O’Lienz Jazztage laden alljährlich zu Konzerten in das einmalige Ambiente des Eisenbahnmuseums im Heizhaus Lienz.
© Brunner Images

Von Christoph Blassnig

Lienz – Zwischen den historischen Schienenfahrzeugen riecht es nach Öl, die Akustik im Heizhaus Lienz ist dank der riesigen verrußten Oberflächen im denkmalgeschützten Dachstuhl trocken und klar. „Das Ambiente ist einmalig und genau das, was wir für unsere Konzerte gesucht haben“, erklärt Andreas Bergmann, Obmann der Lienzer Formation Jazzwecan. Das Ensemble etabliert seit Jahren die New O’Lienz Jazztage und tritt nicht nur selbst auf, sondern lädt dazu auch andere Künstler ein. „Profimusiker, die in ihrem Leben auf unzähligen Bühnen spielen, schwärmen nicht nur von der Stimmung, sondern erinnern sich ganz besonders an diesen Auftritt vor den leuchtenden Scheinwerfern einer alten Elektro-Lokomotive.“ Heuer findet das Festival vom 15. bis zum 17. Juli statt.

Für die Pläne der Stadt Lienz, am ÖBB-Gelände südlich des Bahnhofes ein neues Kulturzentrum entstehen zu lassen, kommt von vielen Seiten Unterstützung. „Unserer Bezirksstadt fehlen Veranstaltungsräume“, sagt etwa Bergmann. Den Tipp, sich für Konzerte der Jazztage das ehemalige Heizhaus der ÖBB in Lienz anzusehen, gab einst Stadtmarketing-Leiter Oskar Januschke. Vom Verein der Eisenbahnfreunde Lienz (EBFL), der als Mieter im Heizhaus sein Eisenbahnmuseum betreibt, sei man mit offenen Armen aufgenommen worden, berichtet Bergmann. Karl Notdurfter vom EBFL bestätigt die grundsätzliche Bereitschaft, die Lokomotivhalle für andere Veranstaltungen zu öffnen, schränkt aber gleichzeitig ein: „Wir entscheiden von Fall zu Fall. Unser Hauptgeschäft ist das Museum.“ Im Sommer ist dieses täglich geöffnet. „Ein Tag des Aufbauens, nächster Tag Veranstaltung, einen Tag lang abbauen, das wäre für uns nicht gerade förderlich.“ Für Lesungen oder kleine Ausstellungen halten die Eisenbahnfreunde außerdem einen Waggon bereit, den man mieten kann. Dort hat beispielsweise die Freiwillige Feuerwehr historische Werkzeuge zur Schau gestellt. In Zukunft sei eine Zusammenarbeit mit der Eisenbahner-Stadtkapelle geplant.

Auch Olala-Organisator Hans Mutschlechner bestätigt den akuten Mangel an Veranstaltungsorten in Lienz: „Da muss sich etwas ändern.“

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