Künstler Alfons Egger im Alter von 69 Jahren gestorben

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„Casting“ von Alfons Egger 2016 in der Galerie der Stadt Schwaz.
© Sunkovsky

Wien – Als der Countertenor Alois Mühlbacher vor gut eineinhalb Jahren bei der Vernissage der Ausstellung von Alfons Egger – gemeinsam mit Beatrix Sunkovsky – in der Innsbrucker Galerie Widauer Schuberts Lied des einsamen Wanderers sang, erahnten wohl nur wenige, wie viel dieses mit Egger zu tun hat. Dass nämlich der persönliche Wanderweg dieses wunderbaren Künstlers so bald zu Ende gehen wird.

Nur 69 Jahre alt ist der in Haiming Geborene geworden, der nach dem Ende seines Studiums an der Akademie der bildenden Künste in Wien geblieben ist. Ein freies Künstlertum lebend, das sich konsequent jeder Schubladisierung entzogen hat. Um sich im Spannungsfeld zwischen Theater und bildender Kunst immer wieder neu zu erfinden.

Alfons Egger liebte bei allem, was er tat, die surreale Entgrenzung, das Jonglieren mit skurril verfremdeten Versatzstücken der Erinnerung. Um etwa in seinen malerisch delikaten, gern auf quadratische Wellpappen collagierten, mit Schellack versiegelten Bildern Szenarien zu entwerfen, die genauso real wie absurd daherkommen, gespickt oft mit Zitaten teilweise jahrelang zurückliegender performativer Aktionen. Wobei man oft in den an oder unter Tischen posierenden Figuren den Künstler selbst zu erkennen glaubt, obwohl Kopf bzw. Hände und Füße in weiße Kugeln eingehaust sind.

Für eines dieser rätselhaften Bilder erhielt Alfons Egger 2017 den Hauptpreis des 35. Österreichischen Grafikwettbewerbs. Ein Jahr davor widmete die Galerie der Stadt Schwaz ihm gemeinsam mit seiner Partnerin in Kunst und Leben, Beatrix Sunkovsky, eine große Ausstellung, und in der Innsbrucker Galerie Widauer war Alfons Egger seit Jahren vertreten. (schlo)

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