Kufsteiner Kriminalreferent geht in Pension: „Den Mensch im Täter sehen“

Kufsteins Kriminalreferent Walter Gaschnig geht in Pension und blickt auf fast 45 Jahre Polizeiarbeit zurück.

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Kriminalreferent Walter Gaschnig begibt sich nach mehr als 40 Jahren Polizeidienst in den Ruhestand.
© Hrdina

Von Jasmine Hrdina

Kufstein – „Auch Täter sind Menschen, entsprechend sollte man sie behandeln.“ Diese Prämisse legte sich Walter Gaschnig als Kriminaldienstreferent im Bezirkspolizeikommando Kufstein nach eigenen Angaben im Berufsalltag zugrunde. Anfang Juli trat er nun nach mehr als 40 Jahren Polizeidienst seine Pension an. Vier Jahrzehnte, die ihn „geprägt“ haben, wie er erklärt. Raubüberfälle, Geiselnahmen, Mord, Vergewaltigungen – als Chefermittler im Bezirk und Mitglieder der Sondereinheit „Verhandlungsgruppe West“ sind dem geborenen Lienzer die menschlichen Abgründe bekannt, die sich mitunter auftun. „Manchmal aus finanzieller Not heraus, aber auch kriminelle Energien, Hass, Gier und Eifersucht treiben Menschen dazu, solche Straftaten zu begehen“, schildert Gaschnig.

Darüber hinaus war er 22 Jahre lang aktives Mitglied der BMI-Sondereinheit „Verhandlungsgruppe West“ und wirkte bei zahlreichen Großlagen (Erpressungen, Banküberfällen, Geiselnahmen, Opferbetreuung etc) als „Verhandler“ mit.

Psychologische Betreuung gibt es erst seit knapp 20 Jahren. „Früher saß man mit Kollegen zusammen und hat halt darüber gesprochen, was man da alles gesehen hat.“ Den Glauben an die Menschen verloren hat er nciht...

An das Gute im Menschen glaubt er dennoch. „Emotionen müsse man hintanstellen, um objektiv ermitteln zu können.“

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Warum Kuftein so hartes Pflaster in Tirol?

Gaschnig wurde seinerzeit als jüngster Beamter Österreichs zum Kriminaldienstreferenten in Kufstein bestellt und übte diese Funktion mit 19 Jahren im Bundesland Tirol bisher am längsten aus. In dieser Zeit war er bei Ermittlungen und der Aufklärung unzähliger Kapitalverbrechen und Familientragödien im Bezirk direkt oder indirekt beteiligt.


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