Verein Dowas: „Die Bereitschaft zu helfen war in der Pandemie enorm“

Dowas für Frauen und der Verein für Obdachlose haben in Krisenzeiten die größte Unterstützung der Tirolerinnen und Tiroler erfahren.

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Michael Hennermann und Julia Schratz sind von der Hilfsbereitschaft der Tirolerinnen und Tiroler überwältigt.
© Thomas Böhm

Von Nikolaus Paumgartten

Innsbruck – Die Pandemie hat viele Gesichter. Vor allem wenn es sich darum dreht, wie Menschen in Zeiten der Kontaktbeschränkungen und des Lockdowns miteinander umgehen. Dabei sorgen oft Egoismus und der Einsatz der Ellbogen für Schlagzeilen. Im Mittelpunkt steht, sich in Krisenzeiten Vorteile gegenüber anderen zu verschaffen. Die genau gegenteilige Erfahrung haben jedoch Julia Schratz und Michael Hennermann gemacht. „Die Bereitschaft zu helfen war in der Pandemie enorm“, sind sich die Geschäftsführerin des Vereins Dowas für Frauen und der Geschäftsführer des Vereins für Obdachlose einig und streuen damit der Tiroler Bevölkerung Rosen.

„Natürlich gab es diejenigen, die im Supermarkt alle Klorollen zusammengekauft und sich um die letzten gestritten haben“, sagt Michael Hennermann. Doch viel mehr gab es jene Menschen, die sich bei den Vereinen gemeldet und ihre Unterstützung angeboten haben. „Unser Dank geht daher an alle, die uns im letzten Jahr so großartig geholfen haben“, sagen Hennermann und Schratz. Dabei sei die Hilfe auf ganz unterschiedlichen Ebenen und Kanälen angeboten worden und passiert. „In Form von Sachspenden, Geldspenden, aber auch in Form von Ideen“, berichtet der Geschäftsführer des Vereins für Obdachlose. Man habe feststellen dürfen, dass es doch viele Menschen gibt, die mit dem Beginn der Pandemie auch an jene gedacht haben, denen es in ohnehin schwierigen Zeiten noch schlechter geht. Und das sei etwas Großartiges gewesen.

Neben dem Spenden war auch die Bereitschaft, sich aktiv einzubringen, groß. Diese Freiwilligen zu koordinieren und für sie Aufgaben zu finden sei dabei eine Herausforderung gewesen, die nicht immer erfolgreich war, sagt Julia Schratz: „Auch Freiwillige brauchen eine Einbettung und Begleitung.“ Vor allem dann, wenn es um die Betreuung von teilweise traumatisierten Frauen und Kindern geht. Das zu organisieren, wenn alle in der Geschäftsstelle im Home-Office sind, sei nicht einfach gewesen. Die meisten Hilfsbereiten hätten aber mit Verständnis reagiert, wenn ihre aktive Mitarbeit aus genannten Gründen zunächst abgelehnt werden musste. Schratz verweist in diesem Zusammenhang auf die Freiwilligenzentren Tirol, die sich darauf spezialisiert haben, für ehrenamtliche Helferinnen und Helfer geeignete Einsatzorte zu finden.

„Was uns am meisten hilft, ist, wenn wir gefragt werden: ‚Was hilft euch?‘“, erklärt die Dowas-für-Frauen-Geschäftsführerin. Und diese Frage sei in den vergangenen eineinhalb Jahren sehr oft gestellt worden. Dass über die Bereitschaft zu helfen oft wenig gesprochen wird und diese für die Öffentlichkeit zumeist verborgen bleibt, sei allerdings kein neues Phänomen, sagt Hennermann: „Das Allermeiste, was wir an Unterstützung erfahren, bekommt in der Öffentlichkeit niemand mit.“ Und weil das auch zuletzt so war, wollen er und Julia Schratz die Gelegenheit nützen und sich bei den Tirolerinnen und Tirolern für die Hilfsbereitschaft, das freiwillige Engagement und die Großzügigkeit in schweren Zeiten bedanken.

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Kontakt

Dowas für Frauen: Durchgangsort für wohnungs- und arbeitssuchende Frauen. Kontakt: 0512/562477.

Verein für Obdachlose: Betreibt u. a. die Innsbrucker Teestube, die Beratungsstelle Delogierungsprävention und die Kleiderausgabestelle. Kontakt: 0512/580703. Freiwilligenzentren: Will freiwilliges Engagement stärken und ist Vermittlungsplattform. Infos unter www.freiwilligenzentren-tirol.at


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