Nach Mord in Wilten: 25-Jähriger wegen Vergewaltigung erneut vor Gericht

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Polizisten im April 2019 auf dem Weg in die Wiltener Wohnung, in der ein Pakistani ermordet und eine Frau vergewaltigt wurden.
© zeitungsfoto.at

Der 25-jährige Inder, der nach dem brutalen Mord in Wilten bereits zu lebenslanger Haft verurteilt worden war, stand am Montag erneut vor Gericht. Diesmal wegen eines Sexualverbrechens, das der Beschuldigte unmittelbar vor der Bluttat begangen haben soll. Der Angeklagte gab die Vergewaltigung der Freundin seiner damaligen Partnerin durchaus zu.

Die Vorgeschichte: Im April 2019 fand in der Wohnung des Inders in Wilten eine kleine Privatparty statt. Der Gastgeber feierte mit seiner Partnerin aus Italien, deren dänischer Freundin und einem pakistanischen Bekannten (29). Dabei floss reichlich Alkohol. In der Nacht schlich sich der Inder ins Bett, in dem die Dänin bereits schlief. Dort missbrauchte er die Frau. Als er zu seiner Freundin ins Nebenzimmer zurückkehrte, erhob auch sie schwere Missbrauchsvorwürfe. Sie beschuldigte den Pakistani, sie im Schlaf ausgezogen und unsittlich berührt zu haben. Für den 29-Jährigen das Todesurteil.

Der Inder prügelte seinen Freund bewusstlos, strangulierte ihn mit einem Gürtel und verstümmelte ihn mit einem Messer. 17 Minuten dauerte das Martyrium, dann war der Pakistani tot. Am Morgen alarmierte die geschockte Dänin ihren Freund, der die Polizei rief. Wenig später entdeckten die Beamten die Leiche und nahmen den Inder fest. Anfang September 2020 musste sich der Beschuldigte wegen Mordes am Innsbrucker Landesgericht verantworten: Ja, er sei schuldig, er habe den Pakistani umgebracht und „ich wollte ihn auch töten“. Als Vergeltung für das, was der 29-Jährige kurz vor dessen Ermordung seiner Freundin angetan habe. Gerichtspsychiaterin Adelheid Kastner diagnostizierte beim Angeklagten eine schwere Persönlichkeitsstörung. Das damalige Urteil: lebenslange Haft und Einweisung in eine Anstalt für abnorme Rechtsbrecher. Auch am Dienstag wurde der 25-Jährige schuldig gesprochen. Eine weitere Strafe blieb ihm erspart, da Lebenslang bereits das Höchstmaß ist.


Vier mehrfach vorbestrafte Rumänen mussten sich am Montag wegen einer Einbruchsserie mit einem Gesamtschaden von rund 1,1 Mio. Euro und krimineller Vereinigung am Innsbrucker Landesgericht verantworten: Zwei Beschuldigte legten Teilgeständnisse ab, zwei verweigerten die Aussage. Dennoch wurden alle vier Angeklagten zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Die Staatsanwältin warf den 32 bis 49 Jahre alten Männern vor, im vergangenen Jahr zehn Einbrüche in Drogerien und Kinderboutiquen etwa in Seefeld, Mayrhofen, Hall, Wattens, Maurach und Fügen begangen zu haben. Gestohlen wurden vor allem Parfums und luxuriöse Kinderbekleidung. Zwei Angeklagte gestanden einige der Einbrüche. Sie gaben auch zu, die Beute in Rumänien auf Märkten und im privaten Umfeld verkauft zu haben. Ihre Komplizen wollten sie allerdings nicht nennen. Abgesehen von einer einzigen DNA-Spur waren Beweise Mangelware. Dennoch verurteilte der Schöffensenat alle vier Angeklagten: drei zu je vier Jahren Haft und einen zu viereinhalb Jahren Gefängnis. Die zwei geständigen Rumänen müssen außerdem insgesamt 189.000 Euro zurückzahlen. Zwei Urteile sind bereits rechtskräftig. (tom)

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