Tiroler Friseure, die mit Haarabfällen unsere Meere retten wollen

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Die Abschlussklasse der Friseure der Tiroler Fachberufsschule ESCM mit Karin Obleitner-Auer (links).
© Karbon

Innsbruck – Mit einem Friseurbesuch den Weltmeeren etwas Gutes tun. Klingt wie eine neue Marketingidee mit leeren Worten. Doch die Abschlussklasse 3H der Friseure in der Tiroler Fachberufsschule für Ernährung, Schönheit, Chemie und Medien ESCM in Innsbruck möchte mit ihrem Projekt genau das erreichen.

Wie jeder weiß, verschmutzen Öl, Benzin und Sonnenmilchreste die Meere. Was viele aber nicht wissen: Haare haben die besondere Eigenschaft, Fett aufsaugen zu können. Der Friseur Thierry Gras aus Südfrankreich hatte 2015 die Idee, mit Haaren, die man sonst wegwerfen würde, Öl aus dem Meer zu filtern. Dafür gründete er den Verein „Coiffeurs Justes“ – die fairen Friseure – und begann damit, Haarabfälle zu sammeln.

Die Schüler der ESCM wollen mit ihrem Abschlussprojekt den Franzosen und seine Idee unterstützen. Sie druckten dafür Flyer, welche sie in ihren Ausbildungsbetrieben und weiteren Friseursalons verteilten. Mit einem Instagram-Account wollen sie auch online die Werbetrommel rühren. Und die jungen Erwachsenen gehen mit gutem Beispiel voran: Sie sammelten die Haarabfälle, welche bei ihren Modellpuppen in der Fachberufsschule anfielen, und schickten sie zu „Coiffeurs Justes“.

Die acht Kilogramm Haare gelangen in Papiersäcken nach Frankreich. Dort werden sie in Stützstrümpfe gesteckt und an Seilen in Haarfilterketten zusammengehängt. Ein Kilogramm Haare kann dabei bis zu 8 Liter Öl aufsaugen. Anschließend werden sie in Wäschereien gereinigt und können bis zu achtmal wiederverwendet werden. Damit nicht genug: Ausgediente Haarfilter könnten noch als Isoliermaterial für Häuser und Gebäude eingesetzt werden. (rosa)


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