China zensiert mehrere LGBTQ-Aktivistengruppen im Netz

Die Kontonamen der Gruppen wurden in „Unbenannter Account" umgeändert. Auch eine feministische Bewegung wurde bei der beliebten App WeChat gesperrt.

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(Symbolfoto)
© DREW ANGERER

Peking – In China sind mehrere Online-Konten von LGBTQ-Aktivistengruppen bei der beliebten App WeChat blockiert worden. Auf den Seiten von Gruppen wie "Gay Pride" der Technischen Universität von Huazong oder "ColorsWorld" der Universität von Peking waren am Mittwoch alle Beiträge verschwunden. Stattdessen stand dort der Hinweis: "Alle Inhalte wurden blockiert und die Nutzung des Kontos wurde gestoppt". Demnach sollen die Gruppen gegen nicht näher genannte Vorschriften verstoßen haben.

In der kurzen Mitteilung hieß es weiter, dass WeChat "relevante Beschwerden" über die Seiten erhalten habe. Die Kontonamen der Gruppen wurden in "Unbenannter Account" umgeändert. LGBTQ steht für lesbisch, schwul, bisexuell, transgender und queer.

Auch die feministische Studentengruppe "Zhihe Society" der Fudan-Universität in Shanghai erklärte am Mittwoch, dass ihr offizielles WeChat-Konto gelöscht worden sei. "Es ist sehr klar, dass es keine Möglichkeit gibt, dass das ursprüngliches Konto von Zhihe kurzfristig wiederbelebt werden kann", teilte die Organisation mit.

Empörung im Netz

Chinesische Online-Netzwerke zensieren häufig Inhalte, die als politisch sensibel oder unangemessen erachtet werden. Auch in der Vergangenheit waren bereits LGBTQ-bezogene Inhalte auf Videostreaming-Apps und in ausländischen Filmen zensiert worden. Obwohl China Homosexualität im Jahr 1997 entkriminalisiert hat, ist die gleichgeschlechtliche Ehe illegal und Themen rund um LGBTQ-Gruppen gelten als heikel.

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Der Schritt sorgte im Netz für Empörung - zahlreiche Nutzer riefen zu Online-Protesten auf. Mehrere WeChat Nutzer forderten andere auf, ihre Accounts in Solidarität mit den LGBTQ-Gruppen in "Unbenannter Account" umzubenennen. Auch mehrere der Protestaufrufe verschwanden jedoch wenig später von der Plattform. (APA/AFP)


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