Tiroler Klimawandel-Strategie für neue Förderperiode gesucht

Ab 2023 spielt der Klimaschutz in der EU-Förderlandschaft eine der wichtigsten Rollen – in Osttirol ebenso wie in allen Tiroler Regionen.

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Das Sturmtief „Vaia“ im Herbst 2018 war nicht das einzige Naturereignis, das dem Bezirk Lienz in den letzten Jahren zugesetzt hat.
© Expa/Groder

Von Catharina Oblasser

Amlach – Bei der Generalversammlung des Regionsmanagements Osttirol (RMO) in Amlach konnten Obmann Dietmar Ruggenthaler und Geschäftsführer Michael Hohenwarter stolz sein: Über das EU-Programm „Leader“ waren in der laufenden Förderperiode von 2014 bis 2020 mehr als 80 Projekte mit einem Gesamtvolumen von 6,34 Millionen Euro abgewickelt worden. Das Fördervolumen belief sich auf 3,83 Millionen Euro.

Einiges steht noch an, wurde doch die laufende Periode bis 2022 verlängert. „Dafür bekommen wir auch mehr Geld“, erklärt der Obmann. 1,3 Millionen Euro beträgt die Aufstockungs-Summe.

Bisher stand die Entwicklung des ländlichen Raums im Fokus. Die einzelnen Regionen konnten dafür Geld aus den Fördertöpfen lukrieren. Doch für die Zukunft braucht es eine Strategie, die zusätzliche Ziele enthalten wird, weiß Christian Stampfer von der Abteilung Landesentwicklung. „Der Klimawandel wird in den Strategien für die nächste Förderperiode in allen Regionen wichtig sein“, sagt er. „In Osttirol hat Klimaschutz eine besondere Bedeutung, man muss sich nur die Unwetter der letzten Jahre anschauen.“ Tatsächlich haben Naturereignisse wie das Sturmtief „Vaia“, Starkregen und enorme Schneefälle den Bezirk stark gebeutelt.

Klimaschutz-Maßnahmen können freilich nicht auf einen einzelnen Bezirk beschränkt sein. Auch die anderen Regionsmanagement-Einrichtungen in Tirol sind gefordert. Acht davon gibt es bis jetzt, aber bald wird jede einzelne Gemeinde – mit Ausnahme der Stadt Innsbruck – dabei sein, kündigt Christian Stampfer an. „Beim Bezirk Schwaz ist die Einrichtung schon fix, Innsbruck-Land wird bald folgen.“ Mit Beginn der neuen Förderperiode, die 2023 anfängt, soll es in Tirol überall (außer in der Landeshauptstadt) Einrichtungen wie das RMO oder die Regionalentwicklung Außerfern (REA) geben.

Damit kann Tirol auch mehr Leader-Mittel abrufen, hofft das Land. Zurzeit sind es vier Millionen Euro pro Jahr, sagt Stampfer. „Für die gesamte nächste Förderperiode, die von 2023 bis 2027 dauert, hoffen wir auf fünf bis zehn Millionen Euro mehr.“

In Osttirol widmet sich das RMO schon jetzt dem Klimaschutz, zum Beispiel mit dem E-Car-Sharing-Programm „Flugs“. Die Zahl der Standorte nimmt laufend zu. Mit dem Pilotprogramm „Smarta“, bei dem die Teilnehmer über einen bestimmten Zeitraum das E-Car-Sharing und öffentliche Verkehrsmittel gratis nutzen konnten, hat das Regionsmanagement eine weitere Initiative gesetzt. „Wir entwickeln gemeinsam mit dem Tourismusverband eine Mobilitäts-Webseite, die bald online sein soll“, fügt Michael Hohenwarter hinzu.


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