Tirol will dritte Impfung im Herbst, Appell zu Corona-Tests nach Urlaub wegen Delta

Neuinfektionen sind in Tirol vielfach auf Urlaubsheimkehrer zurückzuführen. Spanien und Malta sind Hotspots. Am Samstag und Sonntag sind erstmals auch Impfbusse im Einsatz. LH Platter will Ältere und Risikogruppen rasch ein weiteres Mal impfen.

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Ab heute steht den impfwilligen Tirolern wieder eine Impfung ohne Anmeldung zur Verfügung. Ergänzend zum Angebot in den Impfzentren sind Samstag und Sonntag erstmals auch mobile Impfbusse im Einsatz.
© Böhm

Von Peter Nindler

Innsbruck – Es ist ein Spagat: Das Infektionsgeschehen in Tirol ist überschaubar, nur noch sechs Corona-Erkrankte müssen stationär behandelt werden, die Tirolerinnen und Tiroler wollen endlich einen halbwegs unbeschwerten Sommer genießen. Der Impfturbo wird ebenfalls gezündet, ab heute gibt es wieder Impfungen ohne Anmeldungen in den Impfzentren. Alle Informationen unter https://go.tt.com/impfen-tirol, auch zu den Impfbussen, die Samstag beim Innsbrucker Dez und am Sonntag beim Sportpark in Kitzbühel erstmals im Einsatz sind.

Trotzdem trübt der Schatten der ansteckenderen Delta-Variante des Coronavirus die Lichtblicke. Derzeit gibt es in Tirol keine Corona-Cluster, die größte Gefahr, erneut Ansteckungsherde auszulösen, geht deshalb von Reiserückkehrern aus. Wie bereits im Sommer des Vorjahres. Zumindest zwölf Infektionen in den vergangenen Tagen werden darauf zurückgeführt, wahrscheinlich sind es mehr. Mehrere Urlauber hatten sich bei einem Kurztrip nach Mallorca angesteckt, andere wiederum auf Malta. „Positiv ist, dass bei Auftreten von Symptomen die Betroffenen einen PCR-Test machen“, sagt der Leiter des Tiroler Krisenstabs Elmar Rizzoli.

Testangebot steht bereit

Rizzoli appelliert allerdings an alle Urlaubsheimkehrer, einen PCR-Test zu machen. „Wichtig ist es vor allem bei Aufenthalten in den vorhin genannten Regionen, aber eigentlich wäre es generell wünschenswert.“ Das würde nämlich ein Sicherheitsnetz bieten und im Falle von Infektionen bzw. symptomlosen Verläufen dazu führen, dass mögliche Infektionsketten rasch unterbrochen werden könnten, ergänzt Rizzoli. „Das Testangebot in Tirol steht bereit.“ Aufgrund der Erfahrungen des Vorjahres rückt Rizzoli die Bewusstseinsbildung in den Vordergrund.

Weichen für den Herbst stellen

Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) skizzierte gestern im Landtag seine Pläne. Als Vorsitzender der Landeshauptleutekonferenz will Platter den Sommer dazu nützen, um die Weichen für den Herbst zu stellen. In Tirol mit den Impf- und Testzentren, aber auch mit der beginnenden Impfauffrischung der älteren Menschen und Risikogruppen. Geht es nach Platter, soll die dritte Impfung der vor sechs bis neun Monaten immunisierten Personen aus diesen Gruppen im Oktober starten.

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Platters Initiative geht auf einen Vorschlag seines engsten Beraters, des Innsbrucker Infektiologen und Klinik-Kirektors Günter Weiss, zurück. „Ich werde diesen Vorschlag zu hundert Prozent unterstützen“, denn dies sei „sinnvoll“.

Mindestens vier Labore betraut

Bis zu 1800 PCR-Tests hat das Land bis Ende Juni 2022 ausgeschrieben. Das Auftragsvolumen beträgt 38,9 Mio. Euro. Die Verträge werden auf ein Jahr, rückwirkend ab 1. Juli, abgeschlossen. Am Freitag dürfte die Vergabe öffentlich gemacht werden, wie es heißt, sollen mindestens vier Labore bzw. Anbietergemeinschaften zum Zug kommen.

Die im Oktober 2020 erfolgte Beauftragung der HG Lab Truck ohne vorherige Ausschreibung sorgte für großen Wirbel. Die Korruptionsstaatsanwaltschaft ermittelt, ob Lab Truck die Voraussetzungen überhaupt erfüllt hat. Derzeit führt die Virologin Dorothee von Laer die Befundungen für Lab Truck durch.


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