18 Monate Haft für Quarantänebrecher aus Innsbruck

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Zwei Infizierte spazierten aus dem Quarantänehotel.
© De Moor

Verurteilte tragen Vorstrafen wie einen Klotz am Bein durchs Leben. Im Fall eines Innsbruckers, der im März mitsamt ergangenem Covid-Absonderungsbescheid im Innsbrucker Quarantänehotel einquartiert war, brachten sie nun sogar eine weitere, 18 Monate lange Quarantäne – allerdings im Ziegelstadel. Und das kam so: Der 31-Jährige hatte im Hotel ausgerechnet einen Zimmernachbarn zugewiesen bekommen, mit dem er schon Deckel von Strafakten geteilt hatte. Schon bald fiel das Paar dem Sicherheitsdienst im „Hotel“ auf, da die Männer sich gern am Gang aufgehalten und über fehlendes Bier beschwert hatten. Darauf folgte noch ein Spaziergang an der frischen Luft – eine vorsätzliche Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten. Statt einer Strafdrohung von bis zu drei Jahren errechnete Richterin Helga Moser gestern am Landesgericht viereinhalb Jahre Haft – die Strafschärfung fiel dem einschlägig Vorbestraften auf den Kopf. „Er wusste ja, dass er positiv ist. Da ist ein Drittel der Strafe angemessen!“


Genau dieses Wissen negierte ein 26-Jähriger vor Gericht. Schließlich hätten ihm ja Stimmen befohlen, wieder einmal stehlen zu gehen. Trotz zugestellten Absonderungsbescheids informierte er die Polizisten bei seiner Festnahme nicht über die Covid-Infektion. Da der Mann jegliche Behandlung seiner Schizophrenie seit Jahren verweigert, wurde ein psychiatrisches Gutachten zur Gefährlichkeit in Auftrag gegeben. (fell)

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