Ehenbichl setzt trotz explodierender Grundpreise auf leistbaren Hausbau

Die Gemeinde tut alles, um trotz explodierender Grundpreise private Bautätigkeit zu ermöglichen.

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Blick vom Schlossberg: Ehenbichl verfügt über große Flächen, die noch bebaut werden könnten.
© Mittermayr

Von Helmut Mittermayr

Ehenbichl – „Alles außer Wohnblöcke! Ja, ich weiß, dass wir diesen Ruf haben“, sagt der Ehenbichler Bürgermeister Wolfgang Winkler. Dabei stimmte dies nur bedingt. In seiner Gemeinde gebe es quasi zwei voneinander entkoppelte Welten. Im Krankenhausareal ein Personalhaus mit 56 Wohnungen, bei der Pflegeschule weitere 50 Wohneinheiten und im Pflegeheim 81 Plätze. In diesem Bereich könne noch manches wachsen, aber innerörtlich werde nicht daran gerüttelt, dass man keine Wohnblöcke wolle. Und gerade das kann eine Gemeinde sexy machen, wie die Zahl von 40 schriftlichen Anfragen beim Gemeindeamt für Bauplätze zeigt.

Im Speckgürtel von Reutte gelegen, explodieren Corona-bedingt aber auch in Ehenbichl gerade die Bauplatzpreise. Unter 300 Euro pro Quadratmeter ist nichts mehr zu bekommen – fast eine Verdoppelung in zwei Jahren und sehr teuer für Außerferner Verhältnisse. Im nahen Pflach wird sogar schon von 500 Euro/m² in der sonnigen Siedlung Innerwand geredet. Laut Winkler sind auch 300 Euro/m² für Jungfamilien nicht mehr finanzierbar.

Ehenbichls Gemeinderat hat nun einen Prozess eingeleitet, der den Hausbau trotzdem ermöglichen soll. Die Gemeinde arbeitet mit dem Tiroler Bodenfonds zusammen, der die Grundstücke dann um rund den halben Preis an Häuslbauer vergeben kann. Verhandlungen mit Grundbesitzern seien im Gange und würden erfolgversprechend wirken, sagt Winkler. In Ehenbichl geht es um 12.000 m², im fünf Kilometer entfernten Ortsteil Rieden um weitere 8000. Rund 40 Häuser könnten entstehen. Die Gemeinde sei offen für alle. „Sowohl Einheimische als auch Zuzug sind erwünscht“, sagt der Dorfchef. Der neue Gemeinderat nach der Wahl im Februar müsse die Spielregeln für die Vergabe festlegen. Winkler hofft selbstverständlich, dann wieder als Bürgermeister dabei zu sein. Ihm wäre im Sinne der Ausgewogenheit eine Verlosung am liebsten.

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