180.000 Sommer-Schnelltests für Kinder sind fix, Novelle wartet

Das Land stellt im schulischen Ferienbetreuungsbereich 180.000 Selbsttests bereit. Die Reform des Kinderbildungs- und Betreuungsgesetzes dauert den Neos zu lange.

  • Artikel
  • Diskussion
Sommerschul-Angebote haben Land (AK, bfi) wie auch der Bund in diesem Sommer am Start. (Symbolfoto)
© APA

Von Manfred Mitterwachauer

Innsbruck – 80.000 Wohnzimmertests schafft das Land für die Ferienbetreuung im außerschulischen Bereich an. Das hat Familien-Landesrat Anton Mattle (VP) bereits Ende Juni angekündigt, die TT berichtete.

Nun legt Bildungs-Landesrätin Beate Palfrader (VP) auch für den Bereich der vom Land geförderten bzw. organisierten Ferienbetreuung im Bereich der Elementarpädagogik (Kindergärten, Horte, Krippen) sowie die vom Land unterstützten Sommerschulen (AK, Wildmoos, Musikschulen) nach, um auch dort aktiv gegen eine mögliche Corona-Testlücke bei den Kindern vorzugehen. Noch dieser Tage sollten diese Einrichtungen diesbezügliche Post vom Land bekommen – kommenden Montag werden dann 180.000 Selbst-Schnelltests samt QR-Codes ausgeliefert, hieß es gestern aus Palfraders Büro.

Oberhofer (Neos) übt Kritik

Was die Sommerschule des Bundes betrifft (siehe Infobox unten), so sieht Neos-Landesobmann Dominik Oberhofer jedoch noch „Nachhilfebedarf“. Laut Informationen der Pinken hätten einige Schulstandorte bis dato nicht genügend Informationen über den jeweiligen Leistungs- und Sprachzustand der Schüler, auch an Kontaktdaten zu den Eltern solle es teils mangeln. Dass die zur Organisation und Stundenabhaltung herangezogenen Lehramts-Studierenden auch heuer nur mit ETCS-Punkten, die fürs Studium angerechnet werden können, „entlohnt“ werden, stößt den Neos sauer auf.

Von Seiten des Landes wird Letzteres aus dem Büro von Palfrader einerseits bestätigt, andererseits darauf verwiesen, dass im Falle der Sommerschule von Land/AK/bfi sehr wohl „eine faire finanzielle Entlohnung“ erfolge. Wolle der Bund die Sommerschule auch zukünftig weiterführen – hierfür brauche es auch noch eine gesetzliche Grundlage –, so müsse man sich auch dieses Themas annehmen, heißt es aus dem Landhaus.

10x Wanderausrüstung zu gewinnen

TT-ePaper gratis ausprobieren, der Gratiszeitraum endet nach 4 Wochen automatisch.

Oberhofer selbst übt aber auch am Land Kritik. So warte man noch immer gespannt auf eine Novellierung des Kinderbildungs- und Betreuungsgesetzes. Dieses hatte Palfrader im November 2020 gemäß einer Anfragebeantwortung an die Pinken für das erste Halbjahr 2021 angekündigt. „Warum traut sich Palfrader dieses heiße Eisen nicht anzugreifen?“, fragt sich Oberhofer. Die Neos wüssten schon, wo im Bereich der Elementarpädagogik anzusetzen sei: Reduktion der Schließtage in den Kindergärten; Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab dem ersten Lebensjahr; Angleichung der Gehälter an jene der Volksschullehrer und einiges mehr.

Aktuell befinde man sich noch „in intensiven Verhandlungen mit den Systempartnern“ (Stadt Innsbruck, Gemeindeverband etc.), heißt es aus dem Landhaus. Inhaltlich sei man sich schon „ziemlich einig“, nun gehe es um eine stabile Finanzierung der geplanten Neuerungen. Im Oktober-Landtag solle die Gesetzesvorlage so weit sein.

40.000 Anmeldungen für Sommerschule

Wie auch im vergangenen Jahr, so wird der Bund auch heuer wieder in den letzten beiden Schulferienwochen die „Sommerschule“ anbieten. Diese wurde, wie berichtet, neben Deutsch auch um das Fach Mathematik sowie in der Volksschule um den Sachunterricht erweitert und dient dazu, allfällige Lerndefizite durch diesen Ergänzungsunterricht zu beseitigen. Bildungsminister Heinz Faßmann (VP) ist davon überzeugt, dass die Sommerschule ein „echtes Erfolgsprojekt“ ist.

In Summe haben sich rund 40.000 SchülerInnen an einem der 852 Standorte angemeldet. In Tirol sind dies laut Ministerium 2142 für die Volksschule und Sekundarstufe 1, 228 für die Sek. 2. (TT)


Kommentieren


Schlagworte