Italien und England im Vergleich: Das sind die Stärken der Finalisten

Italien und England stehen einander am Sonntag (21.00 Uhr/live TT.com-Ticker) im Endspiel der Europameisterschaft gegenüber. Die beiden Finalisten haben auf ihrem Weg zum Turnierhöhepunkt im Londoner Wembley-Stadion viele Stärken und wenig Schwächen gezeigt. Die Mannschaftsteile im Vergleich:

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Italiens Torhüter Gianluigi Donnarumma avancierte im Halbfinale im Elfmeterschießen zum Matchwinner.
© ANDY RAIN

👐 Torhüter:

Italien: Mit erst 22 Jahren verfügt Italiens Gianluigi Donnarumma schon über die Erfahrung von mehr als 200 Serie-A-Spielen. In Italien gilt der langjährige Torhüter von AC Milan als Erbe der Legenden Gianluigi Buffon und Dino Zoff. Das Ausnahmetalent hütete erstmals mit 16 Jahren und 242 Tagen in einem Bewerbsspiel das Milan-Tor, mit 17 Jahren und 189 Tagen stand er erstmals auch im Nationalteam im Gehäuse. Sein Vertrag bei Milan lief aus, Donnarumma soll nach der EM zu Paris Saint-Germain wechseln.

England: Bei England fällt Jordan Pickford entgegen sonst üblicher Gewohnheiten bisher nicht als Pleiten-, Pech- und Pannen-Torhüter auf. Der 27-Jährige von Everton zählt international zwar nicht zur allerersten Garde, doch auf ihn ist Verlass. Bei der EM hat Pickford erst ein Gegentor - im Halbfinale gegen Dänemark aus einem Freistoß - kassiert. Seinen Platz als Englands Nummer eins hat er seit der WM 2018 inne.

Italiens Abwehrchef und Kapitän Giorgio Chiellini.
© MATT DUNHAM

🛑 Abwehr:

Italien: Mit 34 bzw. 36 Jahren zählen Italiens Innenverteidiger Leonardo Bonucci und Giorgio Chiellini weiter zu den Besten auf ihrer Position. Das Rezept des Juventus-Gespanns: Chiellinis Zweikampfstärke, Bonuccis Spielintelligenz und blindes Verständnis. Links fehlt der Offensivdrang des verletzten Leonardo Spinazzola, ihn ersetzt der bei Chelsea wenig eingesetzte Emerson. Rechts hat Giovanni di Lorenzo den in der Gruppenphase verletzten Alessandro Florenzi verdrängt und steht vor seiner wohl schwersten Aufgabe: Raheem Sterling zu stoppen.

England: Eine so starke Defensive hatte England schon lange nicht mehr. Manchester Citys John Stones und Harry Maguire von Manchester United bilden ein souveränes Innenverteidiger-Paar, auf den Außenbahnen der Viererkette verrichten die ebenfalls bei City bzw. United unter Vertrag stehenden Kyle Walker und Luke Shaw mehr als solide ihre Arbeit. Der Lohn: erst ein Gegentor bei der EM.

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Declan Rice (r.) und Kalvin Phillips sorgen im englischen Mittelfeld für Stabilität.
© CATHERINE IVILL

💡 Mittelfeld:

Italien: Die Dreierreihe um die spielstarken Marco Verratti und Jorginho sowie den offensiveren Nicolo Barella lenkt Italiens Spiel und gibt das Tempo vor. Das schnelle Aufbauspiel mit vielen Kurzpässen nach vorne sowie vertikale Verlagerungen sollen auch im Finale Erfolg bringen. Jorginho hat mit Chelsea bereits die Champions League gewonnen. Als Ersatzmann steht Manuel Locatelli parat, der bisher auch eine gute EM gespielt hat.

England: Kalvin Phillips und Declan Rice waren bisher wohl den wenigsten ein Begriff. Bei der EM räumen der Leeds-Profi Phillips und Rice von West Ham United bisher zentral auf. Für die kreativeren Momente müssen andere sorgen. Champions-League-Sieger Mason Mount von Chelsea gibt den Verbindungsmann zur Offensive.

Pünktlich zur K.o.-Phase fand Harry Kane seinen Torriecher wieder.
© JUSTIN TALLIS

⚽ Angriff:

Italien: Zwei Tore gelangen Ciro Immobile in der Gruppenphase, danach enttäuschte Italiens Mittelstürmer. Coach Roberto Mancini hält dennoch am Lazio-Stürmer fest. Auf den Flügeln spielen der dribbelstarke Lorenzo Insigne (Napoli) und der torgefährliche Federico Chiesa (Juventus) ein starkes Turnier. Chiesa traf in der K.o.-Phase gegen Österreich und Spanien und verdrängte Domenico Berardi damit rechts außen.

England: Raheem Sterling ist bisher Englands überragender Spieler bei dieser EM. Auf der linken Flanke überzeugt der Flügelstürmer von Manchester City mit Torgefahr und Tempodribblings. Auch Kapitän Harry Kane kam rechtzeitig in Form: Seine vier Turnier-Tore erzielte der Tottenham-Star alle in der K.o.-Phase. Rechts könnte wieder der 19-jährige Bukayo Saka von Arsenal beginnen.

Roberto Mancini führte Italien aus der Krise bis ins EM-Finale.
© MATT DUNHAM

👨‍💼 Trainer:

Italien: Der Aufstieg vom gescheiterten WM-Versager 2018 zum EM-Titelfavoriten ist in Italien eng mit dem Namen Roberto Mancini verbunden. Er erschuf ein Team, das über Mut, Spielfreude, Willen, Zusammenhalt und Mentalität verfügt. "Er hat uns Vertrauen gegeben in einem Moment, als wir es verloren hatten", sagte Verratti über den 56-Jährigen. Mancini arbeitete auch bereits auf der britischen Insel. Als 36-Jähriger hielt es ihn als Aktiver nur einen Monat bei Leicester City. Als Coach war er von Dezember 2009 bis Mai 2013 bei Manchester City tätig. Die Niederlage im FA-Cup-Finale gegen Wigan mit Paul Scharner beendete sein Engagement vorzeitig.

England: Kein Nationaltrainer Englands war in den vergangenen Jahren beliebter als Gareth Southgate. Der ruhige, eloquente und zurückhaltende 50-Jährige arbeitet unaufgeregt, aber zielgerichtet. Anfangs wurde er für die teils biedere Spielweise der "Three Lions" kritisiert. Aber sein Team liefert Ergebnisse. Die Fans feiern ihn längst für den erstmaligen Einzug in ein EM-Finale. Als Spieler erlebte Southgate im Trikot Englands harte Stunden. Sein Elfer-Fehlschuss im EM-Halbfinale 1996 vor 75.000 Zuschauern im Wembley gegen Deutschland war der Tiefpunkt. (APA, TT.com)


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