Bausperre für Galtür eine Option

Die Gemeinde Lech geht gegen Investorenmodelle vor. In Galtür denkt man darüber nach.

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Von Matthias Reichle

Galtür – Wird auch Galtür demnächst eine Bausperre für Investorenmodelle beschließen? Es steht jedenfalls zur Diskussion. In dieser Woche hat die Gemeinde Lech einen zweijährigen Stopp erlassen, der viel Aufsehen erregte. Investorenmodelle seien außer Kontrolle geraten, strenge Richtlinien für Zweitwohnsitze umschifft worden, betonte der Lecher Bürgermeister. Es gebe zu viele „kalte Betten“ und Chalets, die von den Anlegern gekauft, aber nicht vermietet, sondern nur zwei Wochen im Jahr benutzt werden.

Auch in hinteren Paznaun sind die Sorgen derzeit groß. Man will „einen Ausverkauf der Heimat verhindern“, betont der interimistische Bürgermeister Hermann Huber. „Die Entwicklungen der letzten Zeit geben Anlass, darüber nachzudenken“, erklärt er.

Investorenmodelle werden auch in Galtür kritisch gesehen. Derzeit bereiten geplante Grundstücksdeals und Angebote im Internet, die mit großen „Hotel-Grundstücken“ in der Nähe von Ischgl werben, Kopfschmerzen. Die Stimmung in der Gemeinde sei schlecht. Von „Reißleine ziehen“ war im Gemeinderat die Rede, man will verhindern, „dass halb Galtür an fremde Leute verkauft wird“.

„Verkaufen tut es ja nicht der Gemeinderat, sondern Gemeindebürger, wir sitzen zwischen zwei Stühlen“, betonte Huber. Aber auch er vermutet, dass nachdem Lech die Notbremse gezogen hat, Galtür noch stärker in den Fokus solcher Modelle rücken könnte. Wie die Galtürer Lösung aber ausschauen werde, sei noch offen.

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Laut dem Wirtschaftslandesrat und ehemaligen Galtürer Bürgermeister Toni Mattle ist man von Landesseite her vorbereitet. Temporäre Bauverbote seien rechtlich möglich. In Lech sei die Situation aber wesentlich dramatischer als in Galtür, erklärt er.

Auch in der Stanzertaler Tourismushochburg St. Anton sieht man Investorenmodelle übrigens kritisch. Man habe immer wieder versucht, Projekte mit Raumordnungsverträgen zu verhindern, betont Bürgermeister Helmut Mall. Die Entwicklung in Lech beobachte man mit Interesse.


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