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TT-Leitartikel zum Streit in der SPÖ: Roter Watschentanz

Der Streit zwischen SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner und dem burgenländischen Landeshauptmann Hans Peter Doskozil eskaliert. Das schadet der Partei und spielt der politischen Konkurrenz, allen voran der ÖVP, in die Hände.

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SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner und Burgenlands LH Hans-Peter Doskozil.
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Mario Zenhäusern

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Von Mario Zenhäusern

Es hat etwas Paradoxes. Die SPÖ legt in Umfragewerten zu, verringert auch den Abstand zur nach wie vor führenden ÖVP. Doch statt alles daranzusetzen, diesen positiven Trend zu stabilisieren und gemeinsam Antworten auf die wichtigsten Zukunftsfragen zu finden, ergehen sich die Sozialdemokraten in einem unsäglichen Richtungsstreit. Parteichefin Pamela Rendi-Wagner und ihr schärfster Kritiker, Burgenlands SPÖ-Chef und Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, liefern sich in aller Öffentlichkeit einen verbalen Schlagabtausch, wie man ihn bisher nur von den zahllosen Obmanndebatten früherer Tage in der ÖVP und zuletzt in der FPÖ kannte. Die jüngste Eskalation – Doskozil verglich die Partei unter Rendi-Wagner mit der ÖVP vor der Demontage Reinhold Mitterlehners, was Rendi-Wagner gestern veranlasste, Doskozil auszurichten, er imitiere Kickl – ist nur der vorläufige Höhepunkt einer Serie von Sticheleien und Böswilligkeiten, die der SPÖ Schaden zufügen. Schon bisher war die Partei nicht nur in zentralen Fragen wie der Migration zutiefst gespalten, der anhaltende Streit vertieft die Gräben noch weiter.


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