Wenn es zum Wohnen nicht mehr reicht: Hilfe in Tirol wird ausgebaut

Das Hilfsangebot für Menschen, denen die Delogierung droht, wird in Tirol ausgebaut und ein Mietrückstandsfonds eingerichtet.

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Innsbruck – Die Zahl der Tiroler, die ihre Mieten nicht mehr oder kaum noch bezahlen können, nimmt zu. Bedingt ist diese Entwicklung durch extrem hohe Wohn- und Lebenshaltungskosten, Jobverlust oder Kurzarbeit ab Beginn der Corona-Pandemie wirkten verstärkend. Um den Betroffenen besser helfen zu können, wird die Delogierungsprävention im Land um 260.000 Euro ausgebaut und ein Mietrückstandsfonds über vorerst 300.000 Euro eingerichtet.

Der Bedarf an solchen Angeboten ist in den vergangenen Monaten stark gestiegen, die Wartezeiten sind lang, erklärten die Verantwortlichen gestern bei einer Pressekonferenz in Innsbruck. Es habe sich „der Bezieherkreis erweitert“, meinte Soziallandesrätin Gabriele Fischer (Grüne). „Nicht nur jene mit kleinen, sondern auch Menschen mit mittleren und höheren Einkommen sind mittlerweile von der Gefahr betroffen, ihre Wohnung zu verlieren.“

Für Michael Hennermann, Geschäftsführer der Delogierungsprävention, ist es wichtig, dass die Hilfesuchenden nicht einfach mit reinen Notlösungen abgespeist werden. „Mit Betroffenen versuchen wir den Wohnraum nachhaltig und sinnvoll abzusichern. Wenn nötig, werden zum Beispiel auch Haushaltspläne erstellt.“ Ist langfristige Betreuung notwendig, werden die Menschen an andere Einrichtungen vermittelt. Durch die zusätzlichen finanziellen Mittel konnte unter anderem „die Regionalisierung vorangetrieben werden“, sagt Hennermann. Nicht nur die Präventionsstelle in Innsbruck, sondern auch jene in Wörgl wurde ausgebaut. Eine dritte wird in Imst betrieben. Die dezentrale Ausrichtung ist auch für Landesrätin Fischer ein wichtiger Schritt: „Wir müssen die Hilfe aus den Ballungsräumen raus zu den Menschen bekommen.“

Mit vorerst 300.000 Euro werden Männer, Frauen, Familien zunächst bei der Begleichung von Mietrückständen oder ähnlich dringenden Ausgaben zur Prävention einer Delogierung unterstützt. Herrscht Bedarf, könnte der Fonds weiter aufgestockt werden.

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Adressen, Kontaktdaten und Öffnungszeiten der Delogierungsberatungsstellen sind im Internet unter zu finden. Das Hilfsangebot ist kostenlos, die Beratung kann auch anonym in Anspruch genommen werden. (bfk)


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