Simone Turra in Galerie Maier: Ein Mensch, der auch ein Baum sein kann

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In der Innsbrucker Galerie Maier: „Giovane“, 2020 von Simone Turra in Bronze gegossen.
© Schlocker

Innsbruck – Einer der Künstler im Portfolio der Innsbrucker Galerie Maier ist der Trentiner Bildhauer Simone Turra. Es sind ganz neue Arbeiten, die der 52-Jährige für seine aktuelle Personale nach Innsbruck mitgebracht hat, ganz große und sehr kleine Skulpturen sowie Zeichnungen. Die viel mehr als reine Annäherungen an die dreidimensionale Form sind, sondern grafisch raffinierte Zeichensetzungen.

Das Thema von Simone Turra, der an der Accademia di Belle Arti di Brera in Mailand studiert hat, ist die Natur und der Mensch. Um im Zwei-wie Dreidimensionalen Bäume zu umkreisen, die fast zu Figuren werden und umgekehrt. Indem das Abbildhafte hier weitestgehend zum Zeichenhaften reduziert ist, zur großen autonomen Form. Die im realen Sinn monumental sein kann genauso wie ganz winzig. Abhängig davon, ob der Künstler in Stein, Gips oder Ton zugange ist.

Galerie Maier

Maria-Theresien-Straße 38, Innsbruck; bis 24. Juli, Di–Fr 10–12, 15–18 Uhr, Sa 10–13 Uhr.

Dieses Sich-Ausprobieren in den unterschiedlichen Materialien liebt Simone Turra. Indem etwa bei seinen großen Bronzen die Spuren des handwerklichen Tuns nie verwischt sind, sondern zur fast malerisch daherkommenden Textur werden. Um der Skulptur sozusagen ein „Kleid“ zu verpassen, eine subtile Membran zwischen Innen und Außen. Fast wie Miniaturen kommen dagegen Simone Turras gern in Weiß oder pastelligen Farben glasierten Terrakotten daher. Die gern in kleinen Gruppen miteinander in Beziehung gesetzt sind, wobei es durchaus vorkommen kann, dass eines dieser androgynen Wesen am Kopf steht.

Simone Turra hat aber auch eine ganz andere Seite, wie einige ebenfalls in der Galerie Maier zu sehenden „Köpfe“ vorführen. Sie sind hyperrealistisch formuliert, der Welt entrückt in bisweilen bizarr pathetischen Posen in sich versunken. (schlo)


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